Australien

Gemeinsame Gebete und Jugendtreffen

Brüder der Communauté werden im März und September zu Besuchen in Australien sein. Die Stationen ihrer Reisen auf der englischen Seite.


Besuche im September 2011

Im September 2011 besuchten zwei Brüder der Communauté mehrere Bundesstaaten Australiens. Die Queensland Churches Together hatte sie zur 20-Jahr Feier ihrer Gründung eingeladen. Die Reise wurde auf verschiedenste Weise zu einem Pilgerweg des Vertrauens.

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Melbourne: Kleine Gesprächsgruppe

Donnerstag, 8. September

Direkt von den Sommertreffen in Taizé nach Melbourne zu kommen, stellt eine Herausforderung dar! Der Jet lag macht einem jedes Mal zu schaffen, und in Burgund ist es um diese Jahreszeit wärmer als am Ende des Winters in Victoria, wo der Frühling noch auf sich warten lässt.
Mittags gingen wir zusammen zur Melbourne University, ganz in der Nähe von dort wo wir wohnen. Studenten aus allen möglichen Ländern waren zu einem gemeinsamen Gebet und Gespräch zusammengekommen: Chinesen, Tamile, Malayen, junge Leute aus Singapur und Indonesien, aus Osttimor, Deutschland, den Philippinen und aus Thailand. Vom ersten Augenblick an waren wir in die multikulturelle Wirklichkeit des heutigen Australiens eingetaucht.

Für jeden Tag nahmen wir ein anderes Thema aus dem Brief aus Chile. Heute ging es um die Freude, Freude die „durch eine überraschende Begegnung, eine andauernde Freundschaft, ein Kunstwerk oder auch durch die Schönheit der Natur geweckt“ wird. Die Freude des heutigen Tages war, ganz unerwartet jungen Menschen zu begegnen, die aus so verschiedenen Lebenssituationen kommen!

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Melbourne: Kleine Gesprächsgruppen

Abendgebet in der anglikanischen St. Stevens Gemeinde in Richmond. Auch hier waren viele junge Leute aus den verschiedensten Kirchen zusammengekommen. In einer schlicht dekorierten Kirche kann ein sehr schönes gemeinsames Gebet entstehen.

Freitag, 9. September

Auf in die Berge! Morgengebet in der kleinen Mount Macedon Uniting Church im Norden von Melbourne. Die Kirche war am Aschermittwoch 1983 bei den Buschfeuern abgebrannt, aber von der Gemeinde wieder aufgebaut worden. Ein herzlicher Empfang an einem sehr kalten Tag in einer kleine, aber sehr rührigen Gemeinde. „Die Entscheidung für die Freude ist untrenn-
bar von der Entscheidung für den Menschen. Sie
erfüllt uns mit grenzenlosem Erbarmen.“ Diese Worte aus dem Brief aus Chile gingen uns nach als wir über das Mitleiden sprachen.

Zum Mittagsgebet zurück in Melbourne. Treffen der Studentenseelsorger in der Monash University. Wir treffen uns in einem Raum mit riesigen Glasfenstern, nicht gerade ideal für ein gemeinsames Gebet. Aber eine Kreuzikone, ein paar Kerzen und farbige Tücher verändern die Atmosphäre. Draußen gehen Menschen vorbei und schauen zu uns herein.

Am Abend geht es nach Geelong. Die Geelong Cats spielen heute abend im Endspiel der australischen Fußballmeisterschaft - wird da noch jemand zum Gebet kommen? Die Wesley Uniting Church erwartet uns. Die Kirchenbänke werden nach hinten geschoben, und ein Raum für das gemeinsame Gebet entsteht. Ein paar Worte zu Matthäus 26; eine Frau, die Jesus vor seinem Tod salbt. Was heißt für es uns, den Armen zu dienen?

Samstag, 10. September

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Melbourne: Gebet in der RMTI
Ganztägiges Programm an der RMTI University. Die Studentengemeinde ist in einem alten Universitätsgebäude untergebracht. Wenn die Wände erzählen könnten! Die Studentengemeinde ist interreligiös. Ein großer Teppich mit dem Baum des Lebens hängt an der Wand. Waschräume stehen denen zur Verfügung, deren Glaube vorschreibt, sich vor dem Gebet zu waschen.

70 Jugendliche waren gekommen. Auch hier überrascht uns, wie viele verschiedene Nationalitäten vertreten sind. Einige Chinesen, die auf dem Weg nach Madrid zu den Weltjugendtagen nach Taizé gekommen waren, stoßen dazu. Morgengebet, Bibeleinführung, Gespräch in kleinen Gruppen, Mittagsgebet und danach verschiedene Thementreffen gestalten den Tag. Ein Workshop wird von einer christlichen Gruppe mit dem Namen ‚Urban Seed‘ geleitet, die sich um Obdachlose in der Stadt kümmert. Die Teilnehmer machen sich auf den Weg zu den Stellen, an denen sich die Obdachlosen in der Stadt treffen. Ein weiterer Workshop zumThema ‚Geschichten erzählen‘: das Gleichnis vom guten Samariter in heutiger Sprache.

Abendgebet in der katholischen Franziskuskirche zum Ausklang des Tages. Dieses Gebäude gibt einem das Gefühl zusammenzugehören. Eine wahre Gebetsoase mitten in der Stadt. Da fehlen einem die Worte und man kann nur noch die Schönheit genießen.

Im Nachhinein empfindet man eine große Dankbarkeit für diese Tage in Victoria. Zwei junge Frauen hatten alles vorbereitet, eine von ihnen war mehrere Monate lang als Freiwillige in Taizé gewesen, die andere war noch nie dort. Sie hatten sich vorher nicht gekannt. Doch sie arbeiteten zusammen, besuchten Kirchengemeinden und luden junge Leute ein mitzumachen. Ein echter Pilgerweg des Vertrauens, Geschenk eine Freude.

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Melbourne: Gebet in der Franziskuskirche

Sonntag, 11. September

Canberra: Bundeshauptstadt. Weit über die Hälfte der Bevölkerung der Stadt arbeitet für die Regierung. Jahrestag der Anschläge vom 9. September. Gebet für Frieden; der auferstandene Jesus haucht den „shalom“ über seine Jünger und sendet sie aus wie der Vater ihn gesandt hatte, die Vergebung zu verkünden.

Montag, 12. September

Besuch der katholischen Schule in Bowral, in New South Wales. Der Lehrer war schon oft in Taizé gewesen; eine Gelegenheit, ältere Schüler zu treffen. Für die meisten ist die Schule der einzige Ort, an dem sie mit Kirche in Berührung kommen.

Dienstag 13. September

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Sydney
Sydney; Besuch an weitere Schulen, einer Mädchenschule der United Church und einer katholischen Schule. Wir zeigen den Film über die Communauté, antworten auf Fragen und bereiten ein gemeinsames Gebet vor. Es ist so wichtig, zu den Jugendlichen hinauszugehen wo sie sind. In den Gemeindegottesdiensten findet man sie kaum.

Abendgebet in der anglikanischen James Kirche in der King Street mitten in der Stadt. 2008, während der Weltjugendtage, fanden in dieser Kirche die Taizé-Gebete statt. Schön, wieder hier zu sein! Der Pfarrer empfängt uns sehr herzlich. Schöne Musik und ein langes Gebet vor dem Kreuz. Am Ende zündet jeder eine kleine Kerze an, um gemeinsam die Auferstehung Jesu zu feiern.

Donnerstag 15. September

Am Abend zuvor waren wir von Sidney aus mit der Kreuzikone in Brisbane angekommen. Heute geht es zunächst in eine anglikanische Schule im Süden der Stadt. Die gesamte Schülerschaft wurde zusammengetrommelt – ein ziemlich Respekt einflößendes Unternehmen! Aber auf die Frage „was ist Gebet?“ antworten die Jüngsten ganz spontan „mit Gott sprechen“, „Jesus begegnen“. Wie kommt es, dass Kinder so leicht das Wesentliche des Glaubens begreifen?

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Brisbane: Musikprobe

Der Schuldirektor und der Schulpfarrer möchten die Kinder entdecken lassen, das Gebet etwas kontemplatives sein kann und nicht immer eine Aufführung oder ein Konzert sein muss. Mit den älteren Schülern lernen wir in der zweiten Stunde einige Gesänge aus Taizé. Danach treffen wir Schüler aus verschiedenen Altersstufen. Mit der Unterstützung der älteren Schüler erzählen wir vom Gebet in Taizé und bringen ihnen einige Gesänge bei. Nach dem Mittagessen geht der Tag mit einem gemeinsamen Gebet für alle drei Altersstufen zu Ende. Niemand stört die Stille, alle singen mit und den Altarraum haben die Schüler selbst gestaltet: ein paar Ikonen und viele Kerzen.
Am Abend, Treffen in der Uniting Church in der Innenstadt. Das Volk Gottes in seiner ganzen Verschiedenheit.

Freitag, 16. September

Fahrt nach Toowoomba im Westen von Brisbane. Grillen vor der Kirche in guter, australischer Manier. Treffen mit Jugendlichen aus verschiedenen Kirchen der Stadt, mit einem gemeinsamen Gebet in der anglikanischen Lukaskirche. Es ist gerade Blumenfest und die Kirchen ist mit wundervollen Blumengestecken geschmückt. Eines davon erinnert an die Opfer der Überschwemmungen, die im Januar die Stadt und ihre Umgebung verwüsteten. Eine Journalistin spricht über ein Buch, das sie gerade vorbereitet. Sie hat über 100 Menschen interviewt, die in diesen dramatischen Tagen Schlimmes durchgemacht haben. Das Buch möchte diejenigen nicht vergessen lassen, die ihr Leben verloren.

Samstag, 17. September

Der letzte Tag unserer Reihe von Treffen. Gemeinsames Gebet und musikalische Andacht im Dom von Brisbane. Aus der ganzen Stadt und aus ganz South East Queensland waren Leute gekommen. Nach dem Gebet sagte eine Frau: „Jetzt ist uns klar, dass die Musik aus Taizé zum Beten da ist, und nicht um sie aufzuführen. Wir sollten noch mehr Jugendliche dazu einladen. Wir müssen auf sie zugehen.“

Zum Abschluss des Tages, Abendgebet in der anglikanischen Kathedrale. Sänger und Instrumentalisten hatten den ganzen Nachmittag geprobt. Die wenigsten von ihnen kannten die Musik zuvor. Aber sie möchten weitermachen.

Sonntag, 18. September

Die letzte Etappe unseres Pilgerwegs, Gottesdienst in der Aboriginal Church in Logan im Süden von Brisbane. Der Pfarrer kommt aus Tonga, aber die Gemeinde besteht aus australischen Ureinwohnern. Fröhliche Lieder und eine Predigt über die Liebe Christi; unmöglich, wegzukommen ohne zum Mittagessen zu bleiben. Gastfreundschaft gehört zum Evangelium. Die Gemeinde der Ureinwohner kennt das ni


Sydney: Gemeinsame Gebete in der Kirche Saint James

Auf Einladung von Papst Benedikt XVI. fand der Weltjugendtag vom 15. bis 20. Juli 2008 in Sydney statt. Ab Montag, dem 14. Juli, hatten Brüder der Communauté gemeinsame Gebete in einer Kirche im Stadtzentrum vorbereitet.

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Eine Woche lang erklangen in den Straßen und Bahnhöfen dieser
Stadt die Lieder lebenslustiger junger Menschen aller Kontinente. Der
Weltjugendtag hatte eine Viertelmillion Pilger angezogen, die
zusammengekommen waren, um ihren Glauben und ihre Hoffnungen zu feiern.

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Zwischen den wuchtigen Kaufhäusern und dem großen Park gegenüber des
Mariendoms steht die schöne, warme Sandsteinkirche der anglikanischen
St. James Gemeinde, in der jeden Tag einige Brüder der Communauté mit
vielen jungen Menschen zum Gebet zusammenkamen. Jeden Tag wurden es
mehr, so dass am Ende der Woche, trotz der vier Gebete am Tag, nicht mehr
genug Platz in die Kirche war. Ein Chor und Instrumentalisten bereicherten den Gesang während der ganzen Woche.

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Sie waren von überall her gekommen. Jugendliche lasen die Bibelstelle und Fürbitten in sechs verschiedenen Sprachen; an drei Abenden sprach Frère Alois zu den jungen Pilgern.

Am Ende des Abendgebetes wurde die Kreuzikone auf den Boden gelegt und lange Menschenschlangen bildeten sich, die geduldig warteten, um
Christus ihre Ängste, Nöte und Hoffnungen anzuvertrauen. Zum letzten
Abendgebet des Weltjugendtags kam auch der australische Premierminister,
um mit seiner Familie und den vielen jungen Menschen zu beten; am Anfang
der Woche hatte er die jungen Pilger offiziell begrüßt.

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Straßen im Stadtzentrum waren gesperrt; selbst die berühmte Sydney Harbour Bridge war einen Tag lang abgeriegelt. Doch die Einwohner Sydneys reagierten gelassen und scheuten keine Mühe, so vielen Teilnehmern wie möglich ihre Gastfreundschaft entgegenzubringen. Die ganze Stadt verwandelte sich zu einem einzigen Chor. Die einzelnen Gruppen konnte man teilweise an ihren Nationalflaggen erkennen, die von einem Event zum nächsten auf Sydneys Straßen umherzogen.

Wie sich eine Stadt doch verändern kann, selbst wenn sie vier Millionen Einwohner zählt, dadurch das Menschen ein paar Tage lang in Gemeinschaft miteinander und der ganzen Kirche leben.

Nach seiner Rückkehr aus Sydney sprach Frère Alois zu den versammelten Jugendlichen in Taizé:

„Mit dreien unserer Brüder bin ich zum Weltjugendtag nach Australien gereist, zu dem Papst Benedikt XVI. Jugendliche von allen Kontinenten eingeladen hatte. Anfang letzter Woche als wir zum Treffen in Sydney aufbrachen, ließen wir viele Jugendliche hier auf dem Hügel zurück.

Wie auf den vergangenen Weltjugendtagen, waren wir auch diesmal dazu eingeladen worden, an jedem Tag des Treffens Gebete zu organisieren. Diese fanden in der wunderschönen Kirche St. James, im Herzen der Stadt statt.

In St. James, einer anglikanischen Gemeinde, entdeckten wir eine geschwisterliche Zusammenarbeit mit den jungen Erwachsenen dieser Kirche. Auf diese Weise waren auch Jugendliche mit einem anderen konfessionellen Hintergrund in den Empfang der jungen Katholiken eingebunden. Seit Jahren kommt einer unserer Brüder von Zeit zu Zeit in diese Kirche, um mit den Christen Sydneys dort gemeinsam zu beten. Wir waren glücklich darüber, diese Besuche auf diesem Wege fortzuführen.

Am Abend endete der Tag mit einem Gebet vor dem Kreuz und viele Jugendliche blieben noch bis spät in die Nacht, sangen und beteten. Andere warteten draußen, um in die Kirche zu gelangen und am Kreuz, das auf den Boden gelegt wurde, zu beten.

Während wir in Sydney waren, erinnerten wir uns daran, dass Frère Roger vor drei Jahren, während des Weltjugendtages in Köln, starb.

In Australien rief Papst Benedikt XVI. die Jugendliche dazu auf, Zeugen Christi zu sein. Auch hier in Taizé möchten wir Woche für Woche alles daransetzten, damit alle die auf unserem Hügel versammelt sind, durch das Vertrauen auf Christi einen Sinn für ihr Leben finden.“

Zu bevorstehenden Treffen und gemeinsamen Gebeten in Australien siehe die Englische Seite

Printed from: http://www.taize.fr/de_article7314.html - 24 August 2019
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