Frère Jean-Philippe (1946 – 2014)

Am 10. November starb Frère Jean-Philippe in Taizé im Alter von 68 Jahren. Er stammte aus dem schweizerischen Lausanne und trat nach seinem Studium der Literaturwissenschaft 1968 in die Communauté ein.

Frère Jean-Philippe war seit langem wegen eines Herzleidens in Behandlung und starb völlig überraschend, während er sich in seinem Zimmer aufhielt. Die Begräbnisfeier fand am 15. November in der Versöhnungskirche von Taizé im Beisein seiner Schwester, seines Schwagers und deren vier Söhne, statt.

Frère Roger erkannte sehr bald die Fähigkeiten von Frère Jean-Philippe und vertraute ihm sehr verantwortungsvolle Aufgaben an, unter anderem im finanziellen Bereich des Lebens der Communauté sowie der Verlagsarbeit der Presses de Taizé.

Gegen Ende der 1980-er und zu Beginn der 1990-er Jahre bat Frère Roger ihn, jeweils für einige Zeit die Brüder zu unterstützen, die damals in den Vereinigten Staaten lebten. Er verbrachte mehrere Monate mit ihnen in New York, im damals als Hell’s Kitchen berüchtigten Stadtteil sowie in einem afroamerikanischen Stadtteil von Milwaukee. Zusammen mit anderen Brüdern reiste er durch die amerikanischen Bundesstaaten des Mittleren Westens und durch Texas, um Jugendliche für das nordamerikanische Treffen vorzubereiten, das von Taizé organisiert wurde und 1992 in Dayton, Ohio, stattfand.

Danach kehrte Frère Jean-Philippe nach Taizé zurück und kümmerte sich unter vielen anderen Dingen auch um die Visa der Jugendlichen, die aus vielen verschiedenen Ländern an den internationalen Jugendtreffen in Taizé teilnehmen.

Als zu Beginn der 1990-er Jahre der Krieg im früheren Jugoslawien ausbrach, fuhr er nach Kroatien, wo sich damals zahlreiche Flüchtlinge aufhielten. Er bereitete auch den Aufenthalt mehrere Kindergruppen aus Bosnien in Taizé vor, die sich auf diese Weise bei uns erholen konnten. Ebenso kümmerte er sich um die Übersiedelung einer Familie von Sarajevo nach Taizé, die bis heute noch hier in Taizé lebt.

Frère Jean-Philippe war sehr gebildet, ausgesprochen gütig und demütig, und er liebte das Schöne. Er interessierte sich leidenschaftlich für Bücher und hatte jederzeit für seine Brüder einen guten Rat, was eine bestimmte gute Lektüre betraf.

Sein ganzes Leben hindurch hat Frère Jean-Philippe Menschen geistlich begleitet, die heute übereinstimmend davon berichten, mit wie viel Einfühlungsvermögen, Respekt und Gelassenheit er jedem zuhören konnte.

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