Pilgerweg des Vertrauens in der Karibik

Im Oktober besuchte Frère Alois und vier Brüder der Communauté mehrere Länder der Karibik. Viele Jugendliche nahmen an gemeinsamen Gebeten in Porto Rico, Haiti und Kuba teil. Den Abschluss bildete ein Jugendtreffen in der Dominikanischen Republik.

Am Anfang dieses Pilgerwegs stand ein schönes Gebet im Dom von Caguas in Porto Rico. Bischof Ruben, der schon oft in Taizé war, empfing die Brüder sehr herzlich. Frère Alois sprach in der Universität über die pastorale Arbeit der Communauté mit den Jugendlichen.

Von Freitag, den 10. bis Montag, den 13. Oktober waren die Brüder dann in Haiti, wo das erste von drei Gebeten in „Petite-Rivière des Nippes“ stattfand, einer sehr schönen kleinen Stadt am Meer. Tags darauf wurden die Brüder in Hinche im Landesinneren erwartet, wo im alten Dom, der bis auf den letzten Platz besetzt war, ein ergreifendes Gebet mit Gesängen nicht nur aus Taizé, sondern auch aus der örtlichen Tradition, stattfand. Am dritten Tag besuchten die Brüder die Vinzentiner-Schwestern im Elendsviertel Cité Soleil vor den Toren der Hauptstadt des Landes, Port-au-Prince. Am Nachmittag fand dann ein Gebet mit den Jugendlichen in der Innenstadt statt. Es war berührend zu sehen, mit welchem Ernst die jungen Menschen überall an den Gebeten teilnahmen.

Von Haiti aus führte der Pilgerweg weiter nach Kuba, wo in Havanna und Matanzas Gebete stattfanden. Frère Alois sagte in der Woche danach zu den in der Versöhnungskirche von Taizé versammelten Jugendlichen:

In Kuba waren wir überrascht, wie viele auf uns gewartet hatten. Abgesehen von Besuchen von Brüdern in den 1970-er Jahren war es unser erster Aufenthalt in diesem Land. Besonders die jungen Kubaner sehnen sich danach, der Isolierung zu entkommen und Kontakte mit Jugendlichen aus anderen Ländern zu knüpfen. Sie haben uns gebeten, euch alle von ihnen zu grüßen!“

Vor den gemeinsamen Gebeten in Havanna und Matanzas hatten die Brüder der Communauté ein Treffen mit den Jugendlichen vorbereitet. Einige Gruppen kamen dazu von weit her, wie zum Beispiel aus Santiago de Cuba – 12 Stunden mit dem Bus entfernt. Viele Jugendliche stellten Fragen zum Glauben, zum Gebet, dem heutigen Leben und der Solidarität. Frère Alois bat sie, eine Fürbitte aufzuschreiben, um sie zum Gebet vor dem Kreuz nach vorne zu bringen.

Am Wochenende des 17. bis 19. Oktober ging diese Etappe des Pilgerwegs des Vertrauens in der Karibik in Santo Domingo zu Ende, wo die fünf Brüder der Communauté gemeinsam an einem Treffen mit etwa 500 Jugendlichen teilnahmen, die aus der ganzen Dominikanischen Republik zusammengekommen waren. Einige Jugendliche waren aus anderen Ländern dazugestoßen, so zum Beispiel aus Chile.

Sheyla, eine Jugendliche aus der Dominikanischen Republik schreibt:

Dieses Treffen des Pilgerwegs des Vertrauens war ein großer Segen für mein Leben. Es hat mir von Neuem die Sicherheit gegeben, dass Gott in den einfachen Dingen gegenwärtig ist, und ebenso in dem, was wir für andere tun.

Am Nachmittag und am Abend fanden die gemeinsamen Gebete und Treffen zu verschiedenen Themen im Loyolakolleg statt. Die gemeinsamen Mahlzeiten wurden auf dem Schulhof von jungen Haitianern ausgegeben, die in Santo Domingo leben. Eine Turnhalle wurde schön dekoriert und zum Gebetsort umfunktioniert. Zum letzten Abendgebet kamen auch viele Leute aus der Stadt hinzu, um gemeinsam mit den Jugendlichen die Auferstehung zu feiern.

Die Teilnehmer des Treffens waren von zwölf Kirchengemeinden der Stadt sehr herzlich aufgenommen worden, in denen Jugendliche am Samstagmorgen das Morgengebet und am Sonntag nach dem Gottesdienst Gespräche in kleinen Gruppen organisiert hatten. Familien haben ihre Türen aufgemacht, um den jungen Pilgern aus dem Landesinneren Gastfreundschaft zu gewähren.

Am Sonntag nahmen die Brüder an einem Gottesdienst in einer großen Kirchengemeinde eines sehr armen Stadtteils von Santo Domingo teil. Sie waren erstaunt, dass so wenige Leute in der Kirche waren. Dies kam daher, dass es ein Missionssonntag war, und viele Leute andere Menschen besuchten, mit ihnen sprachen, und deshalb erst um 17 Uhr zum Gottesdienst in die Kirche kamen. Die Gemeinde ist in vier Sektoren aufgeteilt, von denen jeweils ein Mann und eine Frau für die ganze Seelsorge und Katechese verantwortlich sind. In jedem Sektor gibt es kleinere Basisgemeinden, die sich einmal wöchentlich in den Häusern treffen. Unter der Woche findet kein Gottesdienst in der Hauptkirche statt, sondern täglich in einer der kleinen Kapellen oder in einer Garage. Der Pfarrer erklärte uns, dass diese Umstellung am Anfang schwierig war, aber dass mittlerweile mehr Leute am Gottesdienst teilnehmen würden.

Die Jugendgruppe aus El Cerado schreibt:

Wir haben von diesen Treffen so viel mitgebracht, was wir zu Hause in unserer Gemeinde umsetzen möchten. Eine Gruppe hat damit begonnen, einmal in der Woche ein Gebet in Stille in der Kirche anzubieten. Auf diese Weise können wir für die ärmsten Menschen in unserem Land und auf der Welt beten, aber auch Gott für alles danken, was er uns jeden Tag schenkt. Während des Treffens haben wir Jugendliche aus anderen Landesteilen und aus dem Ausland kennengelernt.

Nach dem Treffen in der Dominikanischen Republik kehrte einer der Brüder noch einmal für zehn Tage nach Kuba zurück. Mehrmals hörte er die Menschen sagen: „Sie haben also unser Land nicht vergessen. Für uns ist es so wichtig zu wissen, dass wir nicht alleine sind. Das hilft uns weiterzumachen!“

Printed from: http://www.taize.fr/de_article17308.html - 15 October 2019
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