Die „Kleinen provisorischen Gemeinschaften“ vor 2018

Die Kleinen provisorischen Gemeinschaften waren seit dem Sommer 2014 für viele eine sehr bereichernde Erfahrung – für die gastgebenden (Kirchen-)Gemeinden, für die verschiedenen Orte gelebter Solidarität und auch für die Jugendlichen, die sich auf dieses innere Abenteuer eingelassen haben. Die Kleinen provisorischen Gemeinschaften werden weitergehen! Dreimal am Tag gemeinsam zu beten, bei der Gemeindearbeit mitzuhelfen, Menschen besuchen, die einsam oder in sozialer Not leben, gemeinsame Gebete vorbereiten, zu denen alle eingeladen sind, und Jugendliche treffen; dies alles ist Teil einer solchen gemeinsamen Zeit.

Auf dieser Seite werden regelmäßig Neuigkeiten von diesen Kleinen provisorischen Gemeinschaften veröffentlicht.


Paris

Madlen (Kanada), Luisa und Hannah (Deutschland) werden im November im Krankenhaus St. Vincent de Paul in Paris (in der Nähe vom Bahnhof Montparnasse) von einer Gruppe von Freiwilligen aufgenommen. Sie kümmern sich dort um arme Menschen und gestalten Gebete in der Kapelle vor Ort:
https://fraterniteprovisoire.wordpr... [https://fraterniteprovisoire.wordpress.com/]


Almeria (Spanien)

Justyna aus Frankreich sowie Lotte und Irma aus den Niederlanden werden bis Ende Oktober in Puebla de Vicar/Almeria als Kleine Provisorische Gemeinschaft leben. Eine Kirchengemeinde der Stadt nimmt sie auf, wo sie vor allem bei der Arbeit mit Einwanderern und mit Roma sowie im örtlichen Gefängnis mithelfen: https://taizecomunidadvicar.blogspo... [https://taizecomunidadvicar.blogspot.com.es/]


Novosibirsk (Russland)

Sarina, Rabea und Maria werden bis zum 5. November auf Einladung der örtlichen Caritas als Kleine Provisorische Gemeinschaft im russischen Novosibirsk leben. Sie nehmen an verschiedenen Aktivitäten der Caritas teil und bereiten regelmäßige Gebete vor: https://spcnovosibirsk.wordpress.com/


Roman (Rumänien)

Vom 13. September bis 9. Oktober lebten Marion (Frankreich), Elli, Karin und Elisabeth (Deutschland) in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft in Roman, in Rumänien. Zusammen mit der Gemeinschaft der Kapuziner halfen sie in verschiedenen pädagogischen Aktivitäten und Solidaritätsaktionen mit der lokalen Roma-Bevölkerung mit und machten Besuche bei Kirchengemeinden in der Umgebung.


Oran (Algerien)

Das Diözesanzentrum in Oran, Algerien, und Bischof Jean-Paul Vesco haben Souhir (Algerien), Rebecca, Silke und Antonia (aus Deutschland) Ende Juli empfangen. Sie lebten dort im August in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft. Unter anderem haben sie sich um Kinder gekümmert und mit Jugendlichen aus verschiedenen afrikanischen Ländern zusammengearbeitet: https://taizeoran.wordpress.com/


Bouet (Ägypten)

Narimane (Ägypten), Lena (Deutschland) und Lieneke (Niederlande) werden vom 7. August bis 7. September in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft in Bouet in Oberägypten leben. Sie werden von den Schwestern des dortigen Karmel St. Josef aufgenommen und helfen in einer Schule und beim Religionsunterricht mit und machen Besuche in der Umgebung.


Saida (Libanon)

Die Gemeinschaft der Fratelli und Bischof Elie Haddad werden Friedemann, Florian und Jonathan (aus Deutschland) im August in Saida im Libanon aufnehmen. Diese unterstützen die kirchliche Arbeit vor Ort und helfen in der Begegnungsstätte der Fratelli in der Stadt Rmeileh mit, wo Syrer, Libanesen und Palästinenser zusammenleben und es viele Kinder gibt.


Fribourg (Schweiz)

Viktoria (Ukraine), Miriam (Italien), Basia (Polen) und Anna-Larissa (Deutschland) werden den August in Fribourg und Bulle in der Schweiz verbringen. Sie werden von der Kirchengemeinde St. Pierre aufgenommen und werden im Kontakt mit verschiedenen Kirchengemeinden und christlichen Gemeinschaften in der Flüchtlingsarbeit mithelfen und Gebete vorbereiten.
https://taizefribourg.wordpress.com


Sumy (Ukraine)

Clotilde (Frankreich) und Andy (USA) werden vom 20. Juli bis 20. August von der Kirchengemeinde Mariä Verkündigung in Sumy in der Ukraine empfangen. Sie werden an verschiedenen Solidaritätsprojekten der Caritas mitwirken und bei der Gestaltung von Gebeten helfen.
https://taizesumy.wordpress.com/


Toulouse (Frankreich)

Marie (Schweiz), Christine (Frankreich) und Katarzyna (Polen) werden von der Heilig-Geist-Gemeinde und den Schwestern der Frohen Botschaft in Toulouse in Frankreich empfangen. Vom 13. Juli bis 9. August leben sie in einem schwierigen Stadtteil mit und helfen bei der Gemeindearbeit und bei einem Kindercamp mit:
https://tctoulouse.wordpress.com


Bad Doberan (Deutschland)

Stanislaw (Polen), Felix und Nikolas (Deutschland) und Hannes werden in Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern leben, wo sie von der evangelisch-lutherischen Gemeinde aufgenommen werden. Vom 26. Mai bis Ende Juni werden sie als Kleine Provisorische Gemeinschaft Gebete im Doberaner Münster vorbereiten, bei einer Tafel und im Solidaritätsgarten mitarbeiten und für Flüchtlinge da sein:
https://doberan-taize.blogspot.de


Mustamäe (Estland)

Paulina (Polen) sowie Helena und Malena (Deutschland) haben den Juni in der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Mustamäe (Tallinn/Estland) verbracht und dort als Kleine Provisorische Gemeinschaft gelebt. Sie haben u.a. in einer Suppenküche mitgeholfen und verschiedene Gruppen begleitet, Besuche in anderen Gemeinschaften und bei Familien gemacht ...


Minden (Deutschland)

- Sarah (Frankreich), Marta (Polen) und Julia (Deutschland) leben vom 17. Mai bis 16. August in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft in Minden bei Bielefeld. Eine Gruppe von Christen aus verschiedenen Konfessionen nehmen sie in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kirchengemeinden in der „Simeonsherberge“ auf, einem leer stehenden Pfarrhaus, das zu einem Begegnungszentrum ausgebaut wurde. Sie werden an verschiedenen Orten mithelfen, so zum Beispiel in einer Suppenküche …
tcminden.wordpress.com/ [https://tcminden.wordpress.com/]


Tallin (Estland)

- Paulina (Polen), Helena und Malena (Deutschland) werden im Mai in der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Mustamäe in Tallin, der Hauptstadt Estlands, als Kleine provisorische Gemeinschaft leben. Sie bereiten gemeinsame Gebete vor und nehmen an verschiedensten Gemeindeaktivitäten teil: sie helfen bei einer Tafel mit und laden zu Gesprächsgruppen ein. Daneben stehen verschiedenste Besuche auf dem Programm.


Oberrieden (Schweiz)

- Maciej (Polen), Sebastian und Jan (Deutschland) sind im März als Kleine provisorische Gemeinschaft in Oberrieden in der Nähe des Zürichsees. Sie nehmen an verschiedenen helfen in verschiedenen Solidaritätsprojekten mit und besuchen Menschen in der Umgebung.


Saragossa (Spanien)

- Zofia (Polen), Katharina (Deutschland) et Nikki (Niederlande) brechen am 10. März für einen Monat nach Saragossa auf, wo sie als Kleine Provisorische Gemeinschaft leben werden. Sie werden bei einer melkitisch-orthodoxen Kirchengemeinde zu Gast sein und helfen bei verschiedenen Projekten mit: https://taize-zaragoza.comiles.eu/i... [https://taize-zaragoza.comiles.eu/index.php]


Delemont (Schweiz)

- Annika (Deutschland), Elsa (Frankreich) und Judith Heide (ebenfalls aus Deutschland) waren vom 5. März bis 2. April 2017 als Kleine Provisorische Gemeinschaft in dem Schweizer Jurastädtchen Delemont. Gastgeber waren die geistliche Gemeinschaft „Fraternité Orante Interconfessionnelle“ sowie die verschiedenen Kirchengemeinden des Ortes. Die Drei luden zu gemeinsamen Gebeten ein und unterstützten über das „Collectif citoyen Terre d’accueil“ die Flüchtlingsarbeit im Kanton. https://provisionalcommunitydelemon... [https://provisionalcommunitydelemont.wordpress.com/]


Akkar (Libanon)

- Vom 19. Dezember 2016 bis zum 24. Januar 2017 leben Raphaela (Schweiz), Julia (Spanien), Maria (Rumänien) und Rachel (Portugal) als Kleine Provisorische Gemeinschaft im Norden des Libanon. So entstanden Kontakte zu verschiedenen Gemeinschaften in der Region von Akkar und mit Freiwilligen des „Relief and Reconciliation Centers“, das sich für Frieden einsetzt. Gleichzeitig halfen sie syrischen Flüchtlingen in der Gegend. https://lebanonprovisionalcommunity... [https://lebanonprovisionalcommunity.wordpress.com/]


Givors (Frankreich)

- Zwei Brüder der Communauté und zwei junge Freiwillige aus Taizé lebten von Anfang November bis Mitte Dezember in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft in der Umgebung von Lyon (Frankreich), um ein kleines Zeichen der Gemeinschaft zu sein, in enger Zusammenarbeit mit den Kirchen vor Ort. Dabei spielte der interreligiöse Dialog eine große Rolle. Gleichzeitig nahmen sie an konkreten Initiativen und an sozialen Hilfsprojekten teil. Außerdem besuchten sie Menschen und beteten dreimal am Tag zusammen.


Bari (Italien)

- Szilárd (Rumänien), Markus (Deutschland) und Rui (Portugal) lebten im November als Kleine Provisorische Gemeinschaft in Bari (Süditalien). Dort werden sie von der Kirchengemeinde San Marcello und der Gemeinschaft Santa Scolastica aufgenommen. Sie werden gemeinsame Gebete vorbereiten und in einem Flüchtlingslager in der Umgebung mithelfen: http://pcinbari.blogspot.fr/


Torres Vedras (Portugal)

- Rebecca (Deutschland), Denisa (Slowakei) und Sarah (Deutschland) lebten
vom 7. August bis 2. September als Kleine Provisorische Gemeinschaft in Torres Vedras in Portugal. Die dortige Gemeinde „São Pedro e Santiago“ in Igreja da Graça und die "La Concha"- Gemeinschaft nahmen sie auf. Die drei bereiteten gemeinsame Gebete vor, machten Besuche bei Menschen in der Umgebung und unterstützten die örtliche Kinder- und Jugendarbeit:
https://m.facebook.com/ProvCommunit... [https://m.facebook.com/ProvCommunity-Torres-Vedras-191474564600441/].


Milton Keynes (England)

- Bianca und Franz aus Deutschland lebten zusammen mit Mirjam aus Spanien vom 13. August bis 11. September als Kleine Provisorische Gemeinschaft in Milton Keynes, in England. Sie wurden von der „Church without Walls“ aufgenommen; sie unterstützten während ihrer gemeinsamen Zeit die Aktivitäten der örtlichen Gemeinde und nahmen an deren Gebetszeiten teil:
http://miltonkeynes-taize.blogspot.fr/.


Münster

- Vom 24. Juli bis 21. August war die St. Lamberti-Gemeinde in Münster (Deutschland) zusammen mit der Studentengemeinde und dem Priesterseminar Gastgeber von András aus Ungarn, Anton aus Deutschland und Michel aus der Schweiz. Sie bereiteten in dieser Zeit gemeinsame Gebete vor und nahmen an den verschiedenen Aktivitäten der Gemeinden teil:
https://www.facebook.com/groups/164... [https://www.facebook.com/groups/1649851295342091/].


Marrakesch (Marokko)

- Nawojka aus Polen, Caren aus Deutschland und Maria aus Spanien waren vom 22. August bis 22. September in Marrakesch, in Marokko. Sie hatten in dieser Zeit Kontakt mit der Katholischen Kirche und der Studentengemeinde der Stadt und beteiligten sich an verschiedenen Austauschprogrammen und Solidaritätsaktionen:
http://taizemorocco.tumblr.com/


Halle

- Die evangelische und katholische Kirchengemeinde von Halle-Süd nahmen gemeinsam mit der örtlichen Gemeinschaft der Franziskaner im September eine Kleine Provisorische Gemeinschaft auf: Balint aus Ungarn, Pieter aus den Niederlanden und Michael aus Deutschland halfen während eines Monats als Freiwillige an verschiedenen Stellen - vor allem im Stadtteil Silberhöhe - mit:
https://communitylifehalle.wordpres... [https://communitylifehalle.wordpress.com/]


Paris

- Im August lebten Colin, Michael, Tomislav und Ben in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft mit den Dominikanern in Paris und halfen u.a. in einem Haus für Flüchtlingskinder mit.


Brügge (Belgien)

- Im Mai lebten Ester aus Spanien und Malena aus Deutschland in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft der „Arche-Gemeinschaft“ in Brügge (Belgien). Sie schrieben regelmäßig über ihre Erfahrungen auf: One Month with the L’Arche-Community in Brugge [http://smallprovisionalcommunity-arkbrugge.blogspot.fr/]


Birmensdorf (Suisse)

- Ebenfalls im Mai waren Hannah, Maxie und Marlen aus Deutschland auf Einladung einer ökumenischen Gruppe in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft im Schweizer Birmensdorf [http://smallprovisionalcommunity-birmensdorf.blogspot.fr/].


Krefeld (Deutschland)

- Wing aus Macao, Anne Christin und Leonie aus Deutschland waren im Juni in Krefeld. Die evangelische und katholische Gemeinde haben diese Kleine Provisorische Gemeinschaft gemeinsam eingeladen:
https://taizekrefeld.wordpress.com/.


Sumy (Ukraine) - Februar/März 2016

Vom 21. Februar bis 21. März lebten Lenka aus Tschechien, Raphaela aus der Schweiz und Mira aus Deutschland in einer katholischen Kirchengemeinde in Sumy in der Ukraine. Nach ein paar Tagen schrieben sie:

Dieses Land ist so anders als alles, was wir bisher kennengelernt haben, aber wir sind glücklich über die Gelegenheit, es kennenzulernen. Gleichzeitig verstehen wir die schwierige Situation in der Ukraine besser. Viele Menschen haben keine Arbeit und sind obdachlos. Zweimal in der Woche kochen wir für sie, und auch das ist etwas ganz Neues für uns. Es ist beeindruckend zu sehen, wie optimistisch die Menschen in die Zukunft blicken. Und natürlich ist immer wieder vom Krieg die Rede, wenn die Menschen uns von Familienangehörigen erzählen, die ums Leben gekommen sind.

Wir haben einen alten Mann kennengelernt, der blind ist. Wir haben ihn einmal besucht, um ihm beim Saubermachen zu helfen; aber er hat uns wieder eingeladen. Sein Glaube ist beeindruckend! Für ihn ist er die Quelle des Lebens. Man kann das innere Licht sehen, dass er ausstrahlt. Sein Name ist Ishtwan.

Einige Zeit später schrieben sie:

Heute hatten wir heute ein gemeinsames Gebet mit vielen Leuten aus der Gemeinde und mit vielen Afrikanern. Wir hatten auch die Gelegenheit, Soldaten aus Donetsk kennenzulernen, und das war überwältigend.

Raphaela schreibt:

Ständig lernen wir neue Menschen kennen, und alle sind sehr freundlich zu uns. Wir machen die verschiedensten Erfahrungen: Einiges ist schwer zu ertragen, während anderes uns große Freude bereitet. Manchmal habe ich mir Sorgen gemacht, wie das alles hier ablaufen wird, aber am Ende geht jedes Mal alles gut, wir werden von Gott geführt. Die täglichen Gebete helfen uns, inmitten all des Trubels zur Ruhe zu kommen.

Wir haben großartige Wochen hier verbracht und am Ende war es sehr schwer, von allen Abschied zu nehmen. Ich hätte nie gedacht, dass dies so eine schöne Zeit werden würde, so viele interessante Leute kennenzulernen und sich in der Ukraine wie zu Hause zu fühlen. Obwohl der Abschied so schwer war, haben die Wochen in der Ukraine meinen Glauben sehr gestärkt und mir neuen Lebensmut gemacht.

Oksana, die vor Ort für den Empfang dieser kleinen Provisorischen Gemeinschaft verantwortlich war, schrieb im Nachhinein:

Die drei jungen Frauen haben sehr viel Karitatives gemacht, sie haben gekocht, Essen an Obdachlose verteilt, alte und kranke Menschen besucht, Häuser geputzt und natürlich an einem Abend auch Taizé vorgestellt.

Wir sind einstimmig der Meinung, dass ihre Anwesenheit für Sumy ein unvergessliches Erlebnis war. Wir würden am liebsten jedes Jahr in der Fastenzeit Freiwillige zu uns einladen.


Grzybow (Polen) - Februar/März 2016

Katia, Julia und Josy lebten von Mitte Februar bis Mitte März als Kleine Provisorische Gemeinschaft in Grzybow, in Polen, zusammen mit der örtlichen Kirchengemeinde und der „Zierno“-Gemeinschaft:

Für uns war es besonders wichtig, dass die täglichen Gebete den Mittelpunkt unseres gemeinsamen Lebens bildeten. Neben Ewa und Peter nahm auch Magda, eine junge Frau aus Słubice, jeden Morgen an den Gebeten teil. Und trotz unserer Sprachschwierigkeiten blieben sie danach zu einer Tasse Tee und luden uns zu sich nach Hause ein. (…) Auf Polnisch zu singen, ist eine Herausforderung, aber wir wollten es den Menschen hier erleichtern, an den Gebeten teilzunehmen.

Wir haben in unseren Wochen hier eigentlich nichts Besonderes gemacht, aber für die Menschen, die wir kennengelernt und denen wir geholfen haben, war es sehr wichtig, dass wir da waren. Wir halfen zum Beispiel einer Frau, die aufgrund einer Krankheit körperbehindert ist; wir gingen mit ihr zum Grab ihrer Eltern und auch zum Einkaufen. Obwohl sie weder Englisch noch Deutsch spricht und wir kein Polnisch, verstanden wir uns prächtig; wahrscheinlich weil sie so offen und an allem interessiert ist.

Eva, die die Kleine Gemeinschaft nach Grzybow einlud, schrieb:

Ich habe den jungen Frauen erklärt, dass ihre gemeinsamen Gebete für mich wie Flügel waren, die mir halfen, mich meinen täglichen Herausforderungen und Problemen zu stellen.

Gyongyosoroszi (Ungarn) – Februar/März 2016

Stephan, Javier und Timothy waren als Provisorische Gemeinschaft in Gyongyosoroszi in Ungarn. Von Mitte Februar bis Mitte März lebten sie in der Gemeinschaft der „Schwestern vom Guten Hirten“ in diesem Dorf, in dem auch viele Roma leben:

Stephan schreibt:

In dem kleinen Dorf Gyöngysoroszi haben wir eine Kultur kennengelernt, die uns ganz exotisch vorkam. Dennoch wissen wir, dass diese Menschen seit vielen Jahrhunderten mitten unter uns leben. Die Sinti und Roma ziehen umher und haben im Vergleich zu uns einen sehr unterschiedlichen Lebensstil. Sie bewerten viele materielle Dinge anders als wir.

Javier fügt hinzu:

In der Grundschule, die wir besuchten, gab es viel zu lachen; wir spielten mit den Kindern. Aber ich hatte den Eindruck, die Erwachsenen erwarteten uns mit ebenso großer Spannung. Sie wollten uns klarmachen, wie schwer es ist, als Lehrer zu arbeiten. Die Lehrer sind allesamt Ungarn, während die Schüler Roma sind. Den kleineren Kindern scheint diese Trennung nichts auszumachen (alle ungarischen Kinder gehen in der nahe gelegenen Stadt in die Schule), aber die Jugendlichen scheinen frustriert zu sein und reagieren ablehnend. Eine Großmutter erklärte uns, welche große Rolle diese Trennung in ihrem Lebens spielt, sogar sonntags, wenn sie in die Kirche geht.

Timothy:

Gestern war ein besonderer Tag, Katti hat uns in ihre große Familie zum Mittagessen eingeladen. Unsere Freude bestand nicht nur im guten Mittagessen, sondern auch in dem guten Gefühl, bewiesen zu haben, dass eine solche Einladung möglich war. Als wir zehn Tage zuvor den Schwestern erklärten, dass wir gerne einmal mit einigen der Dorfbewohner, die der Gemeinschaft nahestehen, essen würden, bekamen wir zur Antwort, dass dies wohl kaum möglich sei.
Wir drei haben wirklich perfekt zusammengepasst! Nicht, dass wir immer alle einer Meinung waren, aber unsere unterschiedlichen Lebens- und Glaubenserfahrungen, unsere drei nur geringfügig unterschiedlichen Kulturen und auch unsere unterschiedlichen Stimmen beim Singen der Gesänge, waren eine größere Bereicherung, als ich es mir jemals hätte vorstellen können. Hin und wieder wurde manchmal auch heftig darüber diskutiert, wie und was wir tun sollten, aber es war gut zu wissen, dass wir drei eine gemeinsame Basis hatten, auf der wir zusammenleben konnten.

Lancaster (England) - Februar/März 2016

Vom 15. Februar bis 15. März lebten Lisa, Camilla und Elli in einer Kleinen Provisorischen Gemeinschaft Jugendlicher in Lancaster in der „Lunesdale Community“. Eindrücke von ihrem Aufenthalt dort im Blog:
lunesdale.community/blog [http://lunesdale.community/blog/].


Rom (Italien) – Februar/März 2016

In der Fastenzeit 2016, anlässlich des Jubiläums der Barmherzigkeit, lebten Xiaoxia aus China, Johanna und Franziska aus Deutschland sowie Dominika aus Polen als Kleine Provisorische Gemeinschaft bei den Canossa-Schwestern in Rom. Zusammen mit einigen Brüder der Communauté gestalteten sie zweimal am Tag ein Gebet mit Gesängen aus Taizé in der Kirche San Giovanni Battista de’Fiorentini. Darüber hinaus halfen sie in einer Caritas-Küche, Mahlzeiten an Obdachlose, Arbeitslose und Flüchtlinge auszugeben.


Calais (Frankreich) – Februar/März 2016

Petr und Tomasz, zwei Freiwillige von Taizé, sind für einige Wochen in Calais. Hier ihre ersten Eindrücke vom Leben dort und der Arbeit mit Flüchtlingen im „Dschungel“.

„Nach unserem zweiten Tag in Calais sitzen wir im ‚Marie-Skobsova-Haus‘. Marie und Adam haben sich gut um uns gekümmert und wir hatten eine gute Zeit miteinander. Wir versuchen, sowohl zu Hause als auch vor allem im Dschungel regelmäßige Gebete zu organisieren. Wir haben in der sogenannten ‚belgischen‘ Küche mitgeholfen und über 350 Mahlzeiten verteilt.

Am Dienstag wird es ernst: Dann läuft das Ultimatum für die Evakuierung und den Abriss der Hälfte des Camps ab, in dem sich auch ‚unsere‘ orthodoxe Erzengel-Michael-Kapelle befindet. Bislang wurde schon mehrmals ein Ultimatum festgesetzt, aber nie geschah etwas. Natürlich haben die Menschen hier große Angst. Bitte betet für sie und die Situation hier!

Vor einiger Zeit wurden Wohnwagen der Freiwilligen im Camp angegriffen und einige sogar in Brand gesteckt. Zum Glück schlief zu dieser Zeit niemand darin.

Die ersten Eindrücke waren die schlimmsten … die Kinder im Camp … die Familien mit Babys – besonders die erschöpften Eltern …

Wir freuen uns über die Gelegenheit, mit den Menschen im Camp zu sprechen: Da hätte jemand gerne ein kleines Kreuz, ein anderer braucht etwas, um seinen Unterschlupf zu reparieren … Aber die meisten Menschen möchten einfach über ihren Alltag sprechen oder darüber, was am Dienstag passieren wird …

Als wir heute vom ‚Dschungel‘ wegfuhren, hielt ein Auto neben uns mitten auf der Straße und einige muslimische Mädchen in Hidschābs sagten uns, sie hätten für uns eine Kiste englischer Bibeln in der Kirche abgegeben …“


Porto (Portugal) – Januar 2016

Im Januar verbrachten Rita aus Irland, Cecilia aus Italien und Ina aus Deutschland einen Monat in Bonfim/Porto. Hier einige Echos aus dieser Kleinen Provisorischen Gemeinschaft:

Warum bin ich eigentlich hier? Ich spreche kein Portugiesisch und mein Englisch versteht hier niemand, „weil ich so schnell spreche und einen so komischen Akzent habe“. Außerdem kann ich nicht singen und weiß wirklich nicht, wo ich überhaupt bin! Warum bin ich also hier? Da fallen mir plötzlich die Worte von Frère Leo wieder ein, der uns vor der Abfahrt gesagt hatte: „Einfach da sein, auf die Menschen zugehen und dreimal am Tag beten … Das ist auch schon alles. O. k.!“
 
Wenn man nicht dieselbe Sprache spricht, wird das Zusammenleben auf einmal sehr intensiv, was aber nicht heißen soll, dass man sich nicht miteinander verständigen könnte. Ohne Sprache gibt es auch all die Missverständnisse nicht, die der Gebrauch von Worten mit sich bringt; man kann nicht mehr jeden beliebigen Moment reflektieren, sodass man auf einmal nur noch ganz einfach mit dem anderen beisammen ist – und das ist ungewohnt, aber sehr schön!
 
Trotz der Sprachbarriere gehören wir hier zur Familie. Für die Portugiesen, das ist unsere Erfahrung hier, ist die Sprache kein Hindernis, einander näherzukommen und Interesse am anderen zu zeigen: Sie nehmen sich ganz einfach die Zeit, auf eine andere Art und Weise in Kontakt zu treten. (…)
 
Die Gemeinde von Bonfim strahlt eine typisch südländische Atmosphäre aus: Jeder ist willkommen, wird herzlich aufgenommen, und man interessiert sich füreinander. Es war spürbar, dass Pfarrer Nuno und die anderen Leute im Haus glücklich waren, uns bei sich zu haben: Küsschen links, Küsschen rechts und viele strahlende Gesichter. Diese familiäre Offenheit und die Einfachheit im Umgang miteinander ließen auch uns selbst ganz spontan werden; das war für unsere Kleine Gemeinschaft sehr wichtig! So gelang es uns besser, ein Gleichgewicht zu finden zwischen unserer Privatsphäre und dem Miteinander mit den Menschen aus der Gemeinde. Wir wohnten in einem kleinen Haus neben dem Pfarrhaus, wo wir ganz unter uns waren.
 
Am Morgen halfen wir jeweils bei dem, was uns die Leute im Pfarrbüro auftrugen (die Weihnachtsfiguren wieder zu verpacken, Ikonen zu fotografieren…). Darüber hinaus verbrachten wir vier Stunden am Tag in einem „Tageszentrum“ für alte Leute und in einer Art „Tafel“, wo übriges Essen von Restaurants eingesammelt und an bedürftige Familien verteilt wurde.
 
Die Arbeit im „Tageszentrum“ hatte keinen praktischen Zweck, wodurch es zu einem sehr starken Zeichen wurde, zu einem wirklichen „Dienen“. In Wirklichkeit hatten die Menschen dort keinerlei Erwartungen an uns. Wir hatten solche schon – zumindest am Anfang: mehr zusammen unternehmen, um sich besser kennenzulernen. Aber wir verstanden sehr schnell, dass es ganz einfach nur darum ging, dort zu sein und unsere Zeit mit einigen alten Menschen zu teilen, die die meiste Zeit des Tages auf Sofas zusammensitzen. Wir hatten auch ein sehr schönes Gebet dort mit den alten Menschen! Ein Moment reiner Harmonie und des Friedens, sodass die Leute uns baten, das noch einmal zu organisieren. Wir sind sehr dankbar für diese gemeinsame Zeit!
 
Das „Tafel-Projekt“ war eine hochinteressante Angelegenheit. Das Beste daran ist die Dynamik, die unter so verschiedenen Menschen aller sozialen Schichten entsteht. Sie arbeiten in kleinen Gruppen zusammen, die sich Abend für Abend abwechseln. Jedes Team hat seinen eigenen Arbeitsstil, der durch die verschiedenen Personen zum Ausdruck kommt.
 
Am Freitagabend, den 29. Januar, organisierten wir ein Nachtgebet, das von neun Uhr abends bis neun Uhr morgens dauerte. Zu diesem Anlass kamen viele Leute und die Kapelle war über mehrere Stunden bis auf den letzten Platz besetzt. Wir hatten jede Stunde ein Gebet; der Rest der Zeit war Stille … Ich hätte nie gedacht, einmal so etwas sagen zu können, aber: Es war großartig!
 
Es war nicht immer leicht, so viel Zeit gemeinsam zu verbringen. Wahrscheinlich ist es ganz normal, dass es auch zu Spannungen und Missverständnissen kommen kann. Aber wir kamen damit zurecht, obwohl hin und wieder unsere Unterschiedlichkeit so eklatant war, dass wir gemeinsam überlegen mussten, wie es weitergehen könnte. (…)
 
Unser gemeinsames Leben in Porto war mit einigen Herausforderungen verbunden, aber ich glaube, dass dies zu jedem Leben in einer Gemeinschaft gehört. Es ist unvermeidlich, dass es an manchen Tagen etwas schwieriger ist, aber das Schöne und Lustige wiegt jeden dieser Tage auf!

Pfarrer Nuno schreibt:

Ein Monat kommt einem sehr kurz vor, nicht lang genug, um sich zusammenzuraufen und zu verstehen, dass Gemeinschaft tatsächlich möglich ist. Mein Pfarrhaus und meine Gemeinde sind jederzeit wieder für eine Kleine Provisorische Gemeinschaft offen! Ich denke, dass die Evangelisierung der Stadt durch Gebet und Arbeit geschieht, wenn wir nichts anderes beabsichtigen, als Jesus zu dienen. Und wenn sich die Gemeindefamilie immer weniger am Evangelium orientiert, werden solche Kleinen Gemeinschaften, die das Evangelium ganz radikal leben, immer wichtiger. Sie sollen eine Familie nicht ersetzen, sie gehen vielmehr über die Familie hinaus.


Slavonski Brod (Kroatien)

Joshua, Jaap Jan (zwei Holländer) und Samuel aus Deutschland waren vier Wochen in Slavonski Brod in Ostkroatien, um die Arbeit des JRS (Jesuiten-Flüchtlingsdienst) zu unterstützen. Im Folgenden einige Eindrücke:

Die Arbeit im Aufnahmelager war nicht einfach. Die Flüchtlinge werden registriert, bekommen etwas zu essen und werden in ein geheiztes Zelt gebracht. Wir haben versucht, sie zu begleiten und ihnen zu helfen: ein Lächeln, ein Gespräch, Fragen beantworten, die Familien zusammenhalten, mit den Kindern spielen…
 
Die Blicke der Kinder geben uns Kraft, auch wenn wir müde sind. Ein Mann aus dem Irak sagt: „Zu sehen, was die Freiwilligen hier tun... Ich kann kaum glauben, dass es Menschen gibt, die ihre Zeit opfern und auf ihr warmes Bett verzichten, um die Nacht hier bei uns zu sein und uns zu helfen.“
 
Uns dagegen beeindruckt, die Flüchtlinge so friedlich zusammensitzen zu sehen und zu ahnen, was sie alles durchgemacht haben. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbindet sie, und in Wirklichkeit auch uns mit ihnen. Wir spüren ihren Schmerz und tragen ihn in Stille mit. Wir beten mit ihnen, in Stille.
 
Wir leben mit den anderen Freiwillige zusammen, es wird gemeinsam gekocht. Wir möchten „denen helfen, die helfen“.
 
Da es keinen Ort gibt, um gemeinsam zu beten, haben wir mit vier anderen Freiwilligen im Lager ein Gebet vorbereitet. Unsere muslimischen Kollegen bitten uns manchmal, ein Tischgebet zu sprechen.


Dresden (Deutschland)

Im November 2015 haben Anna aus Polen, Lea und Michaela aus Deutschland als „Kleine provisorische Gemeinschaft“ in Dresden gelebt :

Gestern haben wir einen Apfelkuchen nach dem Rezept von Leas Uroma gebacken und eine ältere Dame besucht, die nicht mehr zum Gottesdienst kommen kann. Sie war sichtbar froh, jemanden zum Reden zu haben und das war eine große Freude für uns. Nach unserem „Kaffeekränzchen“ haben wir das Lied „Aber du weißt den Weg für mich“ gemeinsam mit ihr gesungen. Zu unseren Abendgebeten waren alle eingeladen und ganz verschiedene Leute kamen: Gemeindemitglieder und Menschen, die schon einmal in Taizé waren. Aber hin und wieder waren wir auch ganz allein.

Raphaela aus der Gastgemeinde schreibt:

Die drei jungen Frauen sind oft unterwegs und verbringen viel Zeit in Gorbitz. Dort leben viele Menschen, die aus Ihren Heimatländern flüchten mussten. Die drei begleiten hin und wieder einige von ihnen, z.B. einen jungen Syrer, der weder Englisch noch Deutsch spricht, ins Krankenhaus. Für uns alle ist diese Zeit hier ein großer Segen. Manches, was geplant war, fiel ins Wasser. Dafür haben sich andere unverhoffte Türen geöffnet.

... und zwei Wochen später schreibt Anna:

Mir kommt es so vor, als wäre ich immer noch dort. Ich versuche, auch zuhause dieses Leben fortzusetzen, vor allem das Gebet und mein Verlangen, auf andere zuzugehen und ihr Leben zu teilen…


Budapest (Ungarn)

Drei junge Freiwillige, Samuel (Niederlande), Adam (England) und Petr (Tschechien) waren einen Monat in Ungarn. Die Jesuiten in Budapest nahmen diese Kleine Provisorische Gemeinschaft in diesem Land auf, durch das in den letzten Monaten zehntausende von Flüchtlingen gezogen sind. Sie halfen bei mehreren Projekten des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes mit.

Tagsüber arbeiteten sie in Fót in einer Flüchtlingsunterkunft für Minderjährige, die ohne Begleitung waren. Später halfen sie auch an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn sowie zwischen Kroatien und Serbien bei der Verteilung von Lebensmitteln, Kleidern und Decken. Manchmal blieben sie sogar über Nacht vor Ort, um die völlig erschöpften Helfer abzulösen.

Hier einige Ausschnitte aus ihrem Tagebuch:

„Bei der Ankunft in Fót heute Morgen bereiteten uns die Jungen, die wir gestern schon kennengelernt hatten, einen herzlichen Empfang. Wir haben als Erstes überlegt, wie man den Ort etwas wohnlicher gestalten kann … Einer der Kinder hat sofort ein Selfie mit mir gemacht und es mir gezeigt. Sein strahlendes Gesicht hat mich sehr berührt.“
 
„Für uns war es selbstverständlich, zusammen mit den Flüchtlingen zu essen. Aber für sie war es das bei weitem nicht … Die Tatsache, dass wir uns genauso wie sie in die Schlange stellten und dasselbe einfache Essen aßen, hat sie sehr erstaunt. Hin und wieder ließ einer von ihnen kurzerhand seinen Teller stehen, um uns ein Glas Wasser zu bringen. Sie haben sogar die Erdnüsse und Kekse mit uns geteilt, die sie bekommen hatten. So fielen die Mauern zwischen uns.“
 
„Beim Mittagessen konnte man schnell sehen, wer gerade erst angekommen war: Die Neuen drängten sich nach vorne, während sich die anderen sehr rücksichtsvoll verhielten. Ein Junge aus Afghanistan, der Englisch sprach und ihr Anführer zu sein schien, hatte etwas zu Essen für einen von uns, der an diesem Tag später kam, beiseitegelegt.“
 
„Bereits am ersten Tag fiel uns auf, dass die Jungen gerne sangen. So haben wir eine Gitarre mitgebracht und einige von ihnen wollten gleich Gitarrespielen lernen. Wir setzten uns also im Kreis zusammen, sangen und hörten ihnen beim Singen zu.“
 
„Fast alle waren bereit, zu helfen und mit anzupacken. Heute haben wir die Türen und Fenster geputzt. Die meisten von ihnen sind sich bewusst, dass das Haus für sie da ist und für alle, die nach ihnen kommen werden. Sie hatten eine ganze Reihe von Vorschlägen, welchen Namen sie dem Haus gerne geben würden; wahrscheinlich werden wir es ‚Happy House‘ nennen“.
 
„Heute ist das Fest ‚Eid Mubarak‘ und wir haben sie gefragt, wie sie dieses Fest feiern wollten. Dieses muslimische Fest erinnert an das Opfer Abrahams. Es wird dabei in der Regel viel gegessen. Eigentlich hätte man dazu ein Lamm schlachten müssen, aber alle waren mit dem einfachen Essen zufrieden, mit frischem Obst und Trockenfrüchten. Am wichtigsten war für sie, sich rasieren zu können und schick zu machen.“
 
„Es ist beeindruckend, wie sich die Jungen gegenseitig respektieren und versuchen, aufeinander und auch auf uns zuzugehen. Während des Festes saßen wir die meiste Zeit im Kreis zusammen, es wurde Musik aus Afghanistan gemacht und mindestens einer von ihnen war ständig am Tanzen.“
 
„Einer der Jungen, Ibrahim aus Pakistan, nahm mich während des Tanzes beiseite und zeigte mir die vielen bunten Teller hinter dem Kreis der lachenden Jungen. In der Mitte tanzten drei von ihnen barfuß auf einem arabischen Teppich. Ibrahim meinte nur: ‚Das ist das Glück!‘“
 
„Am Samstag nahm ich drei ungarische Studenten mit nach Fót, um ihnen unser Haus zu zeigen und sie zu bitten, beim Empfang der Flüchtlinge mitzuhelfen. Sie waren sehr skeptisch. Aber ich habe ihnen erklärt, dass wir tun müssen, was wir können, um diese jungen Flüchtlinge glücklich zu machen…“
 
„Beim Mittagessen setzte ich mich neben die Jungen aus dem Irak. Einer von ihnen sagte mir, dass er gerne Zwiebeln isst. Nach dem Essen ging ich Zwiebeln kaufen und als ich sie ihm gab, strahlte er über das ganze Gesicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit vier Zwiebeln einen Menschen so glücklich machen könnte.“
 
„Ich hatte großes Glück, dass man mich nach Ungarn geschickt hat, um hier zu helfen. Ich möchte gerne mehr tun und hoffe, dass andere hier weitermachen. Wenn doch alle verstehen könnten, dass diese Menschen geflohen sind vor Gefahr, Krieg, Trauer und Hoffnungslosigkeit, und dass sie unterwegs sind in Richtung Freiheit und Hoffnung auf eine Zukunft! Wir müssen dies noch besser verstehen und ihnen helfen!“
Samuel (Niederlande), Adam (England) und Petr (Tschechien)


Granollers (Spanien)

Guten Tag aus El Xiprer! Merce ist die gute Seele dieses Hauses: Im ersten Stock leben Familien, außerdem gibt es hier noch eine ‚Tafel‘, eine Wäscherei, eine Großküche, einen großen Saal, mehrere Büros, Duschen und – in einem Nebengebäude – eine kleine Kapelle. Tag für Tag wird hier Essen an Bedürftige ausgegeben, etwa 50 Personen kommen darüber hinaus zum Mittagessen hierher. Obdachlose können hier frühstücken, zum Großteil junge Einwanderer aus Afrika. Seit 40 Jahren kommt die Gemeinschaft zweimal in der Woche zum Gebet und zum gemeinsamen Feiern zusammen.
 
Merce ist eine sehr offene Frau und jeder kann in ihr Haus kommen. Wir beten dreimal am Tag in der kleinen Kapelle mit Gesängen aus Taizé, und jeder kann kommen. Merce, Tere und Xavi, die in El Xiprer leben, kommen oft hierher, aber auch andere Freiwillige und Menschen, die hier Hilfe bekommen. Zweimal in der Woche nehmen wir anstatt unseres Gebets am Gebet der Gemeinschaft teil. Die Gottesdienste am Samstagabend sind sehr lebendig und ergreifend. Am Sonntagabend halten wir eine halbe Stunde Stille, so wie es Frère Alois für das Jahr 2015 vorgeschlagen hat. Diese Zeiten sind sehr wichtig für uns, sie unterbrechen uns in unserem Alltag und geben uns die Gelegenheit, nachzudenken und für die Menschen um uns herum zu beten. Auch wenn wir nicht sehr gut singen, gelingt es uns, eine Atmosphäre des Gebets zu schaffen: ein wahres Wunder!
 
Am Vormittag helfen wir bei der ‚Tafel‘ mit. Wir richten Einkaufswagen her, mit denen das Essen verteilt wird, füllen die Regale auf und stellen Päckchen mit Mehl, Gemüse, Obst, Eiern, Zwiebeln und Kartoffeln zusammen. Es ist beeindruckend, wie die Freiwilligen das ganze Zentrum am Laufen halten. Mittags essen wir im „comedor“ mit den Bedürftigen. Oft kann man mit einem Lächeln bereits viel mit anderen teilen. Nach und nach bekommen wir Kontakt. Am Nachmittag haben wir dann etwas Zeit für uns, wir können uns ausruhen und die Gebete vorbereiten…
 
Aber am wichtigsten war für uns hier, Menschen kennenzulernen. Viele haben uns sehr persönliche Dinge anvertraut und sehr aufrichtig über ihr Leben und ihren Glauben gesprochen.
Marie (Frankreich), Marketa (Tschechien) und Martina (Deutschland)


Bellvitge (Spanien)

Unsere Zeit als Kleine Provisorische Gemeinschaft in Bellvitge neigt sich dem Ende zu. Wir haben in den letzten Wochen viele bereichernde Erfahrungen gemacht. Die Gastfreundschaft der Menschen hier ist großartig, die Leute scheinen sich gefreut zu haben, dass wir hier waren.
 
Bellvitge gehört zur zweitgrößten Stadt Kataloniens, Hospitalet de Llobregat, eine halbe Stunde mit der U-Bahn vom Zentrum Barcelonas entfernt. Der Stadtteil ist vor 50 Jahren entstanden, die Kirchengemeinde gibt es noch nicht so lange. Die Gemeindegebäude wurden 1993 errichtet; zu ihnen gehört eine Kirche, ein Andachtsraum, eine kleine Bibliothek, einige kleine Büros (für die Pfarrer und die Angestellten der Stiftung „La Vinya“), darüber hinaus eine „Tafel“, eine Küche, eine ganze Reihe von Gruppenräumen und schließlich unsere Wohnung…
 
Das regelmäßige Gebet war für unsere Gemeinschaft sehr wichtig. Dreimal am Tag haben wir in einer kleinen, alten Kirche – „La Ermita“ genannt – 3 Minuten von unserer Wohnung entfernt gebetet. Das gemeinsame Gebet hat uns untereinander und mit der Gemeinde hier sehr verbunden. Wir haben so gut wie nie alleine gebetet, fast immer kamen Leute dazu.
 
Tagsüber haben wir in der Gemeinde mitgeholfen: in der Organisation der „Tafel“, beim Streichen der Wände und bei der Kinderbetreuung in einem Ferienlager.
 
Es war sehr schön, auf diese Weise die Leute kennenzulernen und ihr Leben zu teilen. Hier leben die Menschen die Solidarität sehr konkret, und gleichzeitig auch sehr diskret. Dies besteht zunächst darin, zusammenzuarbeiten und sich Zeit zu nehmen, einander zuzuhören und die täglichen Freuden miteinander zu teilen. Solidarität bedeutet nicht, selbst viel zu besitzen oder Hilfsmaßnahmen zu starten, sondern mit den Menschen zu leben und mit ihnen zu teilen.
 
Unser gemeinsames Leben war eine Gelegenheit, voneinander zu lernen. Wir waren sehr verschieden voneinander, sodass es manchmal kleinere Spannungen gab, vor allem auch wegen unserer kulturellen Unterschiede. Im Alltag standen wir oft vor unserer eigenen Armut und fühlten uns recht hilflos angesichts der Spannungen und Probleme, aber das Gebet hat uns geholfen, dies alles Gott anzuvertrauen und den Frieden des Herzens zu bewahren…
 
Gestern Abend mussten wir den Leuten in der Gemeinde von Bellvitge leider „Adios“ (und „Adeu“!) sagen. Uns allen hat diese Zeit viele reiche Erfahrungen gebracht!
Natalie (Deutschland), Miriam (Deutschland) und Lena (Frankreich)

Hérouville Saint Clair (Frankreich)

Der Monat Mai und unsere Kleine Provisorische Gemeinschaft in Hérouville Saint Clair ist vorüber und wir sind sehr froh, diese Zeit miteinander verbracht zu haben!
Allen hier hat es gefallen, wie offen, aufmerksam und hilfsbereit Sarah, Jule und Caterina waren. Mehrere Menschen kamen zu den gemeinsamen Gebeten und haben entdeckt, welche Freude ein einfaches gemeinsames Gebet bereiten kann. Dadurch entstanden einige Kontakte, die vielleicht wichtig sind, wenn es darum geht, wie etwas davon in Zukunft weitergehen kann…
 
Es war auch schön zu beobachten, wie die Drei gemeinsam überlegten und – wenn nötig – auch Entscheidungen trafen, obwohl sie sich vorher nicht gekannt haben. Sie waren glücklich, so viele Menschen und Situationen kennengelernt zu haben, auch wenn es manchmal schnell gehen musste, um von einem Ort zum anderen zu kommen! Es gab zum Beispiel eine Gruppe, in der Menschen mit einer psychischen Krankheit zusammen bastelten, Spaziergänge mit Körperbehinderten unternahmen, Spielenachmittage mit alleinstehenden, alten Menschen veranstalteten, ebenso Begegnungen mit Kindern und Oberstufenschülern, Studentengruppen, eine Verteilung von Essenspaketen… Bisweilen gab es wirklich alle Hände voll zu tun!
 
Als wir uns am Ende des Sonntagsgottesdienstes von der Gemeinde verabschiedeten, gab es viele Tränen! Wir sind vor allem den Brüdern von Taizé dankbar, die die Idee zu diesen Kleinen Fraternitäten hatten und diese auch in die Tat umgesetzt haben… Das macht Mut, auch andere gute Ideen konkret werden zu lassen und die Freude der Gemeinschaft und des Miteinanderteilens erfahrbar zu machen!
Pfarrer Michel, aus Herouville


Düsseldorf-Gerresheim (Deutschland)

Wir sind in einer kleinen Wohnung in einem netten Stadtteil von Gerresheim untergekommen. Wir beten am Morgen zusammen in unserer Wohnung und am Abend abwechselnd in der katholischen und der evangelischen Kirche. Dazu kommen jeden Tag zwischen 20 und 30 Personen zusammen. Tagsüber arbeiten wir in einem Altersheim für Demenzkranke: Wir spielen mit ihnen, gehen mit ihnen spazieren und helfen ihnen beim Essen… An diesem Ort haben wir verstanden, wie wir allein durch unsere Anwesenheit anderen helfen können: Die meisten Bewohner des Hauses sprechen kaum Deutsch, sie erkennen niemanden mehr, aber sie spüren, dass jemand da ist und sich um sie kümmert. Und das ist das Wichtigste! Ab und zu beten wir auch zusammen mit Besuchern in der kleinen Kapelle des Altersheims.
 
Zweimal in der Woche spielen wir in der Grundschule mit den Kindern und helfen bei den Hausaufgaben. Darüber hinaus gehen wir auch in den Kindergarten, in dem hauptsächlich Flüchtlingskinder betreut werden. Wir arbeiten auch in einem internationalen Café mit, wo Flüchtlinge aus der Gegend in netter Atmosphäre Kaffee trinken können. Am letzten Samstag fand ein Fahrradworkshop statt, bei dem alle, die es sich nicht leisten können, ihr Fahrrad repariert bekamen. Die Sozialpädagogen hatten auch einige Fahrräder aufgetrieben, die weiterverschenkt wurden. In diesem Teil Düsseldorfs, in dem viele Flüchtlinge leben, gibt es eine ganze Reihe ähnlicher kleiner Initiativen. Es ist sehr schön, dies mitzuerleben!
 
Jeden Samstag besuchen wir die Koptisch-Orthodoxe Kirche: Wir nehmen am Gottesdienst teil und treffen uns im Anschluss daran mit den Leuten dort, die uns so herzlich aufnehmen, als gehörten wir zu ihrer Familie. Nach dem Gottesdienst treffen sich alle in einem großen Raum, jeder bringt etwas zu Essen mit, es wird miteinander geteilt, man unterhält sich, lacht zusammen… An diesem Ort finden auch Jugendtreffen statt. Letzten Sonntag haben wir dort ein Gebet mit Taizé-Gesängen vorbereitet und im Anschluss daran von Taizé erzählt. Einige dieser Jugendlichen möchten im Sommer selbst nach Taizé fahren! Am Sonntag davor fand in dieser Koptisch-Orthodoxen Kirche ein Workshop über die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und Ägypten statt.
 
Wir führen ein recht ausgewogenes Leben. An manchen Tagen gibt es viel zu tun, aber wir haben auch immer wieder Zeit für uns selbst, um spazieren zu gehen, in die Stadt zu fahren oder um ganz einfach den Abend zusammen zu Hause zu verbringen.
 
Wir werden auch oft eingeladen. Die Menschen in der Umgebung scheinen sich darüber zu freuen, dass wir hier sind und dass wir gemeinsam beten. Und uns geht es genauso: Es kommt uns oft so vor, als gäben wir so wenig und erhielten so viel!
 
Wir möchten euch bitten, für all die Menschen zu beten, die uns hier aufnehmen.
Ebba aus Schweden , Mareike aus Deutschland und Nawojka aus Polen


Sélestat (Frankreich)

Heute hat bereits die letzte Woche unseres Aufenthalts hier begonnen. In den ersten drei Wochen haben wir an verschiedenen Stellen mitgeholfen (Kleiderkammer, Tafel, Altersheim…). Außerdem beten wir dreimal am Tag zusammen: Zu unseren Mittags- und Abendgebeten sind alle eingeladen. Jeden Tag kommen ein paar Leute zum Mittagessen, jeder bringt etwas mit und danach beten wir gemeinsam.
 
Die Karwoche haben wir in Sélestat gefeiert, für den Ostergottesdienst sind wir dann nach Straßburg gefahren.
 
Man hat uns hier sehr herzlich aufgenommen und wir freuen uns, ein Teil der ökumenischen Kirchengemeinde hier zu sein.
 
Es ist wunderbar zu sehen, wie viele Menschen sich an den verschiedenen Programmen der Kirchengemeinden beteiligen. Wir haben viele Leute kennengelernt und dadurch besser verstanden: Solidarität beginnt damit, dass wir zusammenkommen. Sie besteht zunächst einmal nicht in großen Projekten, sondern in gegenseitiger, geschwisterlicher Liebe.
 
Wir leben eine neue Solidarität, indem wir ganz einfach unser tägliches Leben miteinander teilen, ohne gleich die ganze Welt verändern zu wollen.
Anna, Regina und Annika aus Deutschland


Birmingham (England)

Im Januar und Februar waren Jenny und Jurg, ein junges Paar aus der Schweiz, fünf Wochen lang in unserer Gemeinschaft zu Gast. Zu fünft waren wir in dieser Zeit eine „Kleine Provisorische Gemeinschaft“. Der einzige Unterschied war, dass wir zwei neue Mitglieder in unsere bereits bestehende Gemeinschaft aufnahmen, und dass unsere Gemeinschaft danach weiterhin bestehen wird.
 
Wir haben gemeinsam neue Wege entdeckt, als Gemeinschaft zu leben: Wir haben uns bei den gemeinsamen Mahlzeiten, im Alltag, den gemeinsamen Gesprächen und dem Spaß, den wir zusammen hatten, gegenseitig kennengelernt. Diese fünf Wochen waren für uns eine Erfahrung des Miteinanderteilens.
 
Wir leben insgeheim immer in der Hoffnung, andere zu finden, die sich so wie wir auf lange Zeit binden. Aber dies ist uns bisher nicht gelungen. Stattdessen haben wir immer wieder Menschen kennengelernt, die unser gemeinsames Leben für eine kürzere Zeit mit uns teilen. Ich kann nicht leugnen, dass dies eine besondere Herausforderung darstellt: Zum einen müssen wir uns immer wieder auf neue Menschen einstellen, zum andern müssen wir uns damit abfinden, dass bis jetzt noch niemand auf längere Zeit an unserem gemeinsamen Leben und der Vision unserer Gemeinschaft teilnimmt.
 
Dies ist nicht leicht, aber es ist ein Leben unermesslicher Freude. Diese Freude ist nicht leicht zu beschreiben, denn sie besteht aus tausenden kleinen Dingen, die wir miteinander teilen: Im Zusammenleben Neues entdecken, neue Erfahrungen machen, neue Begegnungen… Sich von anderen im täglichen Gebet tragen lassen, in theologische Fragen verschiedene Ansichten vertreten und dennoch wie eine Familie zusammenleben.
 
Wir haben gelernt, dass es manchmal besser ist, nicht zu starr an einmal getroffenen Entscheidungen festzuhalten. Gleichzeitig haben wir durch die ständigen Veränderungen gelernt, wie wichtig Beständigkeit ist. Es klingt paradox, aber die Erfahrung des fortwährenden Wechsels erinnert uns immer wieder an das Wesentliche unserer Vision für unsere Gemeinschaft. Auch wenn vieles in unserem Leben heute anders aussieht, als wir es uns zu Beginn vorgestellt haben, ist es richtig, dass das Wesentliche nicht infrage gestellt wird.
 
So bin ich froh über diesen Ausgleich zwischen dem Provisorischen und dem Beständigen, das unser so abenteuerliche Leben bis zum heutigen Tag ausmacht.
Die Gemeinschaft von Carrs Laneu


Rotterdam (Niederlande)

Wir sind in Rotterdam!
 
Zuerst dachten wir, man würde hier wirklich zu viel von uns erwarten: Unser Tagesablauf war überfrachtet, aber mittlerweile hat sich alles wunderbar eingespielt. In der ersten Woche hatten wir die gemeinsamen Gebete und Mahlzeiten in der Paradijskerk (Paradieskirche), sodass uns nur wenig Zeit blieb, etwas anderes kennenzulernen. Ich glaube es ist gut, als eine „Kleine Gemeinschaft“ in verschiedenen Kirchen zu beten.
 
Die Menschen der Paradijskerk (Paradieskirche) und die Schwestern, die uns hier aufnehmen, sind sehr einfühlsam. Wir sind sehr dankbar für diesen herzlichen Empfang. Mittlerweile haben wir einen Rhythmus für unsere drei täglichen gemeinsamen Gebete gefunden. Dazu gehört auch, dass wir jedes Mal die Kirche aufsperren, Kerzen anzünden und die Glocken läuten. Letzteres macht uns am meisten Spaß! Zwei Glocken auf einmal mit der Hand zu läuten, ist nicht einfach, aber es funktioniert immer besser. Mittlerweile klingt es auch nicht mehr, als würden Alarmglocken läuten, sondern wie das sanfte Geläut von Kirchenglocken.
 
Es ist eine große Freude zu sehen, dass immer mehr Menschen zu unseren Gebeten kommen. Jugendliche beten hier sehr treu seit dem Europäischen Treffen vor vier Jahren. Sie helfen uns, wo sie nur können. Jeden Freitag bereiten sie ein gemeinsames Gebet vor, und heute Abend hat sich der katholische Bischof angekündigt.
 
Wir helfen auch bei allen möglichen Projekten in der Stadt mit: bei den Schwestern von Mutter Teresa und den Obdachlosen; bei den Jugendtreffen „Tour of Faith“, die der Bischof ins Leben gerufen hat; in der Pauluskerk und natürlich beim Programm der hiesigen Paradijskerk (Paradieskirche).
Alina und Michaela aus Deutschland und Sorcha aus England


Montpellier - Montferrier - Prades (Frankreich)

Unsere Kleine provisorische Gemeinschaft lebte in einer katholischen Oberschule in Montferrier-sur-Lez und Montpellier. Am Vormittag trafen wir uns mit Leuten am „Solidarity Stop“ in Montpellier, die auf der Straße leben oder kein richtiges Zu Hause haben. In der Begegnung mit diesen Menschen lernten wir eine andere Welt kennen. Wir leben ist oft sehr hart, und sie brauchen jemanden, der ihnen zuhört. Wir haben diese Menschen auch zu uns zum Gebet eingeladen.
 
Darüber hinaus wurden wir von den verschiedensten Jugendgruppen in der ganzen Diözese von Montpellier eingeladen. Das ergab sehr interessante Diskussionen, bei dem es auch um Themen wie Berufung und Unterschiede im Glauben ging – unsere Kleine Gemeinschaft war ökumenisch zusammengesetzt.
 
Wir hatten die Gelegenheit, mit den verschiedensten religiösen Gruppen Gottesdienst zu feiern und gemeinsam zu beten: den Schwestern von Bethlehem in ihrem Kloster in Mougères, den Dominikanern, dem Pfarrer, der sich um die Obdachlosen kümmert, zwei evangelische und verschiedene katholische Kirchengemeinden, die Bischöfe und ihre Mitarbeiter in der Diözese… ja, wir waren sogar in eine Maschine eingeladen worden.
 
Diese gemeinsame Zeit zeigte uns aufs Neue, dass es möglich ist, zwischen Menschen verschiedener sozialer Schichten, Kulturen und Sprachen zusammenzuleben, gemeinsam zu beten, zu essen und über das zu sprechen, was jeden bewegt. Wir sind all denen dankbar, die uns diese schöne gemeinsame Zeit ermöglicht haben.
 
Xiaochen aus China, Cândido aus Portugal und Lukas aus Germany


Chatillon (Frankreich)

Wir können kaum glauben, dass die fünf Wochen schon vorüber und wir bereits wieder zu Hause sind. Genauso schwer ist es, über diese Erfahrung zu sprechen und die richtigen Worte zu finden, um der Gemeinde von Chatillon und Taizé für diese gemeinsame Zeit zu danken, die unser Leben verändert hat.
 
Nichts war selbstverständlich; die ersten Tage waren nicht einfach. Es dauert einige Zeit, bis man sich aneinander gewöhnt, wenn man aus vier verschiedenen Ländern mit verschiedenen Kulturen und verschiedenen Lebenssituationen kommt… Aber letztendlich hat sich unsere Mühe gelohnt: Wir waren einander fremd, aber wir gingen als Freunde, ja als Schwestern wieder auseinander.
 
Kein Tag war wie der andere; zum Teil haben wir am Programm der Kirchengemeinde teilgenommen, zum Teil haben wir das liegen der Christen in Paris oder in anderen Teilen der Diözese kennen gelernt.
 
Wir haben auch besser verstanden, wie wichtig es für ein gemeinsames Leben ist, zusammen zu beten. Sich Zeit zu nehmen, um Gott die Ereignisse des Alltags anzuvertrauen, hat uns wirklich geholfen.
Amandine, Katharina, Sandra und Chimène


Leeuwarden (Niederlande)

Die Uhr dreht sich, die Zeit vergeht, und wir sind schon wieder einen Monat hier. Unser Abenteuer geht seinem Ende entgegen und die Stunde des Abschiednehmens steht kurz bevor… Unser Herz ist voll Glück und das Gepäck voller Erinnerungen. Es ist Zeit, unser gewöhnliches Leben wieder aufzunehmen; die Auszeit ist vorbei, der Vorhang geht wieder auf! Jetzt heißt es, ins tägliche Leben zurückzukehren, zu unseren Gewohnheiten und Traditionen, zu unseren Familien, in unser Land…. Aber wir sind in der Zwischenzeit älter geworden, wir haben uns verändert und sind jetzt reifer! Ja, heute können wir sagen, dass es uns gelungen ist, eine kleine Gemeinschaft auf die Beine zu stellen. So provisorisch das Ganze auch war, so sind wir doch stolz, es geschafft zu haben. Mit Sicherheit durften wir eine der schönsten Erfahrungen in unserem Leben machen, etwas sehr Starkes und Intensives, das lebendig ist und einen packt!
 
Wir haben all denen viel zu verdanken, die uns hier aufgenommen haben, in nah und fern, bei der Arbeit oder in der Kirche. Ihnen allen, durch die wir diese Lebenserfahrung machen durften, die uns für immer begleiten wird: MERCI !
Camille


Amstetten (Österreich)

In unserem Haus wird jeden Morgen gebetet, und es ist schön, die Tage so mit Gebet und Gesang zu beginnen. Auch wenn es manchmal schwierig ist, so früh aufzustehen sind wir doch motiviert zu beten und wir schätzen das Morgengebet sehr. Dann frühstücken wir gemeinsam und anschließend brechen alle zu ihren Aktivitäten auf. Zwei von uns arbeiten an zwei Tagen in der Woche in einem „Sozialen Markt“, wo Menschen, die nur wenig Geld haben günstig Lebensmittel kaufen können; die Dritte von uns ist in einem Second-Hand-Laden. An diesen Orten helfen wir, trinken Kaffee und verbringen den Morgen mit den Menschen die dort arbeiten. Dienstags besuchen wir ein Kloster, und verbringen die Zeit mit älteren Schwestern und helfen ihnen ein wenig.
 
Fast jeden Tag nehmen wir am Mittagsgebet in der Kirche eines Klosters in Amstetten teil, wo die Franziskanerinnen beten. Manchmal stößt auch die eine oder andere Klasse der Klosterschule dazu. In der Cafeteria dieser Schule essen wir auch zu Mittag, gemeinsam mit Lehrern.
 
Am Nachmittag gehen wir anderen Beschäftigungen nach, so besuchen wir montags einen Club für ältere Menschen des Roten Kreuzes, donnerstags einen Club für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten und einen Kinderclub am Freitag. Auch jeden Abend beten wir, meistens in der Kirche direkt neben unserem Haus. Oft kommen auch Menschen aus der Gemeinde zu unseren Gebeten. Manchmal nehmen wir auch an einem Gebet mit Gesängen aus Taizé teil oder organisieren ein Gebet an einem anderen Ort.
Ashley, Nynke und Wilma

Mantua (Italien)

Unsere Tage bekommen ihren Rhythmus durch die drei täglichen Gebete und unserer Arbeit bei der lokalen Caritasgruppe. Wir servieren Mahlzeiten für ärmere Menschen, waschen ab, putzen, verpacken Lebensmittel; viele kleine Arbeiten. Auch finden zahlreiche Begegnungen statt: Mit Jugendgruppen, in Schulen, in verschiedenen Kirchen, mit dem Bischof von Mantua. Auf diese Weise können wir unser gemeinschaftliches Leben zeigen, unseren Antrieb, unseren Glauben.
 
Manche dieser Begegnungen waren echte Herausforderungen, weil uns die Fragen, die die Jugendlichen uns gestellt haben, herausgefordert haben, tiefer über unseren eigenen Glauben nachzudenken. Viele sind Agnostiker und skeptisch gegenüber der Kirche, aber wir konnten uns mit ihnen mit einer großen Ehrlichkeit austauschen und ich habe das Gefühl, dass wir für jede dieser Situationen die richtigen Worte gefunden haben. Wir haben alle zu unseren Gebeten eingeladen. Manchmal haben wir jedoch allein gebetet, manchmal waren wir viele. Es gab sogar eine kleine Gruppe von Menschen, die regelmäßig zu den Gebeten kam.
 
Während unseres Aufenthaltes hat uns die Gemeinde von Suzzara aufgenommen und ich kann sagen, dass alle Menschen dort, die Priester, die Freiwilligen, die Köchinnen, äußerst gastfreundlich und nett zu uns waren. Ich glaube, dass es eine großartige Erfahrung für alle Seiten war. Das ist merkwürdig: Wir sind mit leeren Händen gekommen, und trotzdem konnten wir gleichermaßen geben und nehmen... Wir haben das Gefühl, Teil einer Familie geworden zu sein.
Tobias

Bragança (Portugal)

Wir können kaum glauben, dass die ersten beiden Wochen unseres Aufenthaltes bereits vorbei sein sollen. Wir schätzen unsere Zeit hier in Bragança wirklich sehr. Wir treffen ausgesprochen viele sympathische Menschen.
 
Auch sind wir sehr glücklich über unsere Arbeit bei einer Organisation, die verschiedene Formen von sozialer Arbeit anbietet. Die meiste Zeit verbringen wir mit älteren Menschen, die in Armut leben. Wir singen mit ihnen, begleiten sie in die Kirche und vor allem versuchen wir, mit ihnen zu reden. Da keiner von uns Portugiesisch spricht, war es am Anfang etwas schwierig, sich zu unterhalten, aber jetzt haben wir durch viel Lächeln und eine Mischung aus verschiedenen Sprachen einen Weg gefunden, miteinander zu kommunizieren. Zwei Mal pro Woche arbeiten wir auch mit Kindern aus ärmeren Familien. Es gefällt uns sehr, Zeit mit ihnen zu verbringen. Jeden Tag werden wir uns vertrauter und wir lernen uns gegenseitig besser kennen.
 
Zu jedem unserer Gebete kommen Menschen, die mit uns beten.
Lisa, Magarete et Anna, in Bragança


Moresnet (Belgien)

Ruta, Ines und Pascale sind mittlerweile auf dem Heimweg, nachdem sie im Foyer Jean Arnolds, in Moresnet, Belgien in einer kleinen provisorischen Fraternität bei uns gelebt haben. Was bleibt, ist die Erinnerung an vier intensive Wochen voller Begegnungen. Alle, die zu einem Gebet oder einer Mahlzeit zu Gast waren, haben sich über ihren Besuch und ihre Ermutigungen sehr gefreut: ältere Menschen, Schüler und Konfirmanden, kranke Menschen, Menschen in Armut oder ohne festen Wohnsitz, die Mitglieder unserer Gemeinde...
 
Wir haben gemeinsam sehr schöne Momente erlebt, selbst in Situationen, die einen eigentlich bedrücken könnten, wie beispielsweise die Konfrontation mit dem Leiden anderer Menschen oder unseren eigenen Schwächen. Aber die Freude war immer gegenwärtig, mit Momenten der Stille und der dankbaren Anerkennung.
 
Wir leben an der Grenze zwischen drei Ländern, und wir konnten aufs Neue feststellen, wie wichtig es ist, dass wir eine gemeinsame Sprache finden und uns gegenseitig zuhören. Das gemeinsame Gebet hat uns zusammengebracht, uns erleichtert und uns neuen Schwung gegeben.
 
Im Foyer Jean Arnolds sind wir alle sehr dankbar, eine kleine Fraternität bei uns gehabt zu haben.
Renate, Moresnet


Roanne (Frankreich)

Unsere Fahrt am 13. September nach Taizé, wo wir die drei Jugendlichen abholten, die einen Monat lang bei uns als Kleine Gemeinschaft leben sollen, war sehr schön. Es gab viel zu lachen und zu erzählen. Insgesamt waren wir 47 Personen, die sich gemeinsam auf den Weg gemacht haben. Wir haben an der Bibeleinführung und den Gesprächen in kleinen Gruppen teilgenommen. Das hat allen sehr gefallen. Wenn ich dem einen oder anderen über den Weg laufe, bedankt sich jeder auch heute noch sehr herzlich.
 
Marlène, Michelle und Katja haben sich in der Gemeinde St. Anna häuslich eingerichtet. Wir haben Fahrräder für sie gefunden, um von der Caritas zur evangelischen Kirche, und von dort zum Pfarrzentrum Notre-Dame zu gelangen… Doch sobald es weiter weg geht, ist immer jemand da, der die Drei mit dem Auto hinbringen möchte. Die Leute hier sind sehr berührt, diese drei Jugendlichen zu sehen, die etwas von ihrer Zeit geben, um auf andere Menschen zuzugehen, ohne etwas dafür zu erwarten.
 
Die gemeinsamen Gebete sind sehr schön, auch wenn noch nicht so viele dazustoßen. Dieser Besuch ist eine wahre Verheißung, die uns anregt, in Zukunft mehr aufeinander zuzugehen in unserer Region!
 
Danke!
Isabelle Dumas, Roanne


Kiew (Ukraine)

Was mich in diesen Tagen in Kiew am meisten beeindruckt, ist die Freude der Menschen, die sehen, wie unsere kleine Gruppe aus Taizé in die Ukraine gekommen ist, und um sie kennenzulernen und um zu versuchen, ihnen zu helfen. Ich glaube, es ist für sie wichtig zu sehen, dass es Menschen gibt, die bereit sind, sie auch nach den jüngsten Ereignissen zu besuchen.
Ilan (Frankreich), in Kiew
Mir gefällt hier in Kiew besonders, dass in den orthodoxen Gottesdiensten so viel gesungen wird. Bis jetzt gab es überall einen Chor, der in mindestens zwei Stimmen bewundernswert singt. Bei großen Gottesdiensten, wie zum Beispiel am Sonntag im Kiewer Höhlenkloster, sang ein Chor so schön wie bei einem Konzert.
Matthias (Deutschland), in Kiew


Brüssel (Belgien)

Das Leben der kleinen provisorischen Gemeinschaft im Poverello verläuft sehr gut für Bram, Benjamin, Marc und Paul, aber auch für uns, die Familie des Poverello, einer kleinen Gruppe von Freiwilligen und Gästen, die für eine Mahlzeit zu uns kommen, oder die für einige Zeit bei uns wohnen. Wir kochen und verteilen jeden Tag über 700 Mahlzeiten an den verschiedenen Standorten des Projektes Poverello in Brüssel. Darüber hinaus haben wir Platz, um bis zu 55 Personen aufnehmen zu können. Wer bei uns strandet, hat nicht nur materielle Probleme, sondern sucht vor allem einen Ort der Ruhe, an dem er zu sich selbst finden und mit anderen sprechen kann.
 
Die Kleine Provisorische Gemeinschaft, die momentan mit uns lebt, bereitet drei gemeinsame Gebete am Tag vor. An diesen Gebeten in unserer kleinen Kapelle im Haus nehmen auch die Freiwilligen und manchmal sogar Gäste des Poverello teil.
 
Man kann beobachten, dass ihnen die Arbeit Spaß macht und sie Anteil nehmen an dem, was wir leben. Ihr Hiersein und ihr Gebet ist für uns eine wahre Unterstützung und Ermutigung!
Johan, für die kleine Familie des Poverello in Brüssel


Porto (Portugal)

„Kaum zu glauben, dass die Hälfte unserer Zeit in Porto bereits vorüber ist. Die Begegnungen mit Jung und Alt hier waren ein wahrer Segen, die Menschen scheinen wirklich froh zu sein, dass wir hier sind, obwohl es uns eher wie ein Privileg erscheint, die Welt ein Stück weit mit ihren Augen sehen zu können.
 
Dass drei junge Menschen ihren Alltag hinter sich lassen, um die Leute in dieser Kirchengemeinde und diesem Stadtteil kennenzulernen, ist hier ein großes Ereignis. Wo tagtäglich Tausende von Touristen vorüberziehen, leben und beten wir mit den Menschen auf andere Weise, um zu entdecken, wie sehr die, die materiell weniger haben, anderen etwas geben und miteinander teilen können.
 
Die fremde Sprache stellt uns zwar vor eine gewisse Herausforderung, aber die Sprache der Liebe, des Dienens und der Selbsthingabe wird allgemein verstanden – trotz all der Grammatikfehler und der zusätzlichen Missverständnisse aufgrund des örtlichen Dialekts.
 
Wir haben das Glück, bei allen Aktivitäten des gemeindlichen Sozialdienstes dabei sein zu können: Wir bringen die Kleinsten zum Spielplatz und passen auf, dass sie in all der Aufregung ihre kleinen Mützen aufbehalten; wir helfen bei der Arbeit mit den Obdachlosen, von denen einer ein großer Fan von Gitarrenmusik ist und die Gesänge aus Taizé besonders gerne singt; wir turnen mit Senioren und bringen liebevolle alte Damen, die nicht mehr alleine aus dem Haus können, zum Kaffeetrinken oder zu Verwandtenbesuchen.
 
Und wir beten dreimal am Tag zusammen – am Morgen unter uns, mittags ganz kurz mit den Leuten, mit denen wir zusammenarbeiten, und abends in der Igreja de São José das Taipas, wo Menschen aus unserem Stadtteil Vitória und aus ganz Porto zusammenkommen und die sehr froh zu sein scheinen, dass durch uns ein klein wenig von Taizé zu ihnen gekommen ist (Ikonen, Liederhefte, ein regelmäßiges gemeinsames Gebet und hoffentlich noch viel mehr…).“
Jeanne, Judith und Yolanda, aus Porto


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