Norwegen, Frühjahr 2013

„In Christus sind wir wirklich eins“

In der norwegischen Diözese Bjørgvin fand ein Jugendtreffen statt, an dem ein Bruder von Taizé und zwei junge Freiwillige teilnahmen, die im Vorfeld Schulen und Kirchengemeinden besuchten, um vom Leben in Taizé zu erzählen. Eine ökumenische Vorbereitungsgruppe evangelischer und katholischer Christen hat die Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Kirchengemeinden in und um Bergen vertieft.

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Das Freitagabendgebet in der Kathedrale war ein außergewöhnliches Ereignis: lange orangefarbene Tücher im Chorraum, die Kreuzikone aus Taizé, die „Freundschaftsikone“ – Ikone des Jahres der Jugend - am Lesepult aufgestellt und die vielen kleinen Kerzen um den Altar. Die Atmosphäre wurde durch einen Chor und das Mitsingen der Leute in der Kathedrale getragen.

Am Samstag hielt der anwesende Bruder eine Bibeleinführung, in der es über das Leben und den Glauben Abrahams ging. Wir konnten sehen, dass auch eine düstere Zukunft, wie die Abrahams, zu Glück und Freude werden und uns im Glauben an Gott wachsen lassen kann. Danach kamen wir in kleinen Gruppen zusammen, um über unseren Glauben zu sprechen, und nach dem Mittagessen fanden Workshops zu verschiedenen Themen statt.

Beim Samstagabendgebet bekamen dann alle kleine Kerzen, die von der Osterkerze aus angezündet wurden. Der Abend endete danach in einem improvisierten „Oyak“, wo jeder etwas essen und sich amüsieren konnte.

Am Sonntagnachmittag war um 14 Uhr das letzte gemeinsame Gebet. Wir fuhren danach mit dem Gefühl in unsere Heimatgemeinden, dass das Gebet uns vereint hatte, aber auch mit der Gewissheit, dass der Glaube an Jesus uns Christen in eine kirchenübergreifende Gemeinschaft zusammenführt.


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Magnus (Norwegen) kam aus Taizé, um in seinem eigenen Land an diesem Treffen teilzunehmen.

Eine Woche lang waren wir in der Stadt Bergen, an der Westküste Norwegens, um Menschen verschiedenen Alters, aus verschiedenen Kirchen und Ländern kennenzulernen und gleichzeitig das Treffen in der Kathedrale am darauffolgenden Wochenende vorzubereiten. Ich war beeindruckt, wie herzlich wir aufgenommen wurden: Leute haben uns ihre Türen aufgemacht, für die wir Fremde waren. Sie haben uns ihre Herzen geöffnet, ohne ihre Sehnsucht nach Versöhnung zu verstecken und ihre Schwierigkeiten mit der Kirche, für die sich hier kaum mehr jemand interessiert.

Für mich war diese Woche somit ein Zeichen dafür, dass Versöhnung möglich ist. Wenn man offen über unsere Unterschiede spricht, sich in Respekt einander begegnet und gemeinsam zum gleichen Gott betet, sind wir in Christus wirklich eins. Das wurde mir in diesen Tagen klar.


Paweƚ aus Polen fährt fort:

In Lia Gard, in den Bergen nahe Koppang, haben wir noch an einem anderen Treffen teilgenommen, wo wir von unseren Erfahrungen in Taizé erzählen und die Jugendlichen für den Sommer nach Taizé einladen konnten. Taizé ist in Norwegen nur wenig bekannt; ab und zu werden die Gesänge in den Kirchen gesungen, aber niemand weiß, wo diese herkommen.

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Norwegen ist für mich Polen wie am Ende der Welt. Ich war noch nie so weit im Norden und kam mir in der Weite der Berge ziemlich verloren vor; aber ich konnte in mir selbst Stille finden. Die wohl intensivste Erfahrung für mich war die Stille in einer Kapelle, in der man nur den Wind über den Schnee wehen hörte. Wir waren an diesem Wochenende ungefähr fünfzig Jugendliche, ein paar Freiwillige und einige, die gerade Einkehrtage in dem Haus machten. Sie kamen aus Norwegen, Schweden und den Niederlanden.

In Norwegen trafen wir viele Menschen, die ihr eigenes Land verlassen hatten, um hier Arbeit zu suchen. Die vielen Einwanderer stellen die Kirche in Norwegen vor eine große Herausforderung, aber gleichzeitig bringen diese Menschen auch viele neue Ideen und eine große Vitalität des Glaubens mit.

Während der Vorbereitungszeit haben wir in den Kirchen viel Offenheit erlebt, die Pfarrer waren immer für die Jugendlichen da, um mit ihnen zu sprechen oder ihnen zuzuhören. In der Vorbereitungsgruppe haben wir viel miteinander gesprochen, das Leben anderer Menschen kennengelernt, ihre Probleme, unsere Unterschiede und was unsere Kirchen alles gemeinsam haben. Wir hoffen, dass dies nicht Menschen, sondern auch Kirchen einander näher bringt. Wir haben nicht immer die gleiche Sicht der Dinge, aber wir haben in Jesus Christus das gleiche Ziel.

Jeden Dienstag findet in Bergen in der Kapelle des St. Sunniva Hauses sowie jeden zweiten Donnerstag im Monat um 19 Uhr in der Kirche St. Johann ein Gebet mit Gesängen aus Taizé statt. Andere Gebete werden von der Studentengemeinde während des Semesters organisiert.

Printed from: http://www.taize.fr/de_article15705.html - 19 April 2019
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