Hongkong

Gebete und Treffen, um die „Quellen des Vertrauens auf Gott freizulegen“

Jedes Jahr kommen Jugendliche aus Hongkong nach Taizé und zu den Europäischen Jugendtreffen. Zu Hause treffen sie sich auch weiterhin zum gemeinsamen Gebet. Näheres dazu auf der englischen Seite.


Die Karwoche 2012

Der Mittwoch in der Karwoche fiel 2012 auf das Fest des Ching Ming, das in Hongkong sehr gefeiert wird. An diesem Tag gedenken die Chinesen ihrer Vorfahren und zeigen ihnen mit konkreten Gesten ihre Wertschätzung und Zuneigung.

Sie besuchen das Kolumbarium, wo die Familienmitglieder reihum mit einem Tuch die Bilder vor den Urnen schmücken, damit die Eltern und Großeltern hell und leuchtend erscheinen. So war der Tag dieses Jahr ein Feiertag, ein Tag, der zum Gebet einlädt.

Es ist inzwischen schon fast zur Tradition geworden, mittags zu einem gemeinsamen Gebet in die Kowloon Union Church zu kommen, wenn ein Bruder der Communauté in Hong Kong ist. Aber an diesem Mittwoch in der Karwoche kamen viel mehr Leute als sonst, jung und alt. Unter ihnen ein Bischof der Church of Pakistan im Ruhestand, der Frère Roger gekannt hatte. Diese Kirche mitten in Kowloon ist ein wahres Zentrum der Solidarität: Es beherbergt eine Kita für Kinder mit Behinderungen und eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Asylsuchende. Projekte gibt es zuhauf. So konnten auch junge Afrikaner aus Ghana und dem Kongo am Gebet teilnehmen.

Am Abend fand ein größeres Treffen in der Apsis der St. John Kathedrale statt. So sollte im Dom ein etwas intimerer Raum für das Gebet entstehen. Aber es kamen so viele Jugendliche, dass es sehr voll wurde und alle zusammenrücken mussten. Der Pfarrer, der den Abend organisiert hatte, schlug das Thema dieses Jahres vor: „Wege des Vertrauens unter den Menschen öffnen“, das der Situation der Christen in Hong Kong sehr gut entspricht. Nach einer kurzen Einführung zur Lesung aus dem Brief des Paulus an die Epheser hatten die Teilnehmer eine halbe Stunde Zeit der Stille und des persönlichen Nachdenkens bevor ein langes und schönes Gebet begann. Ist es nicht im Gebet, wo die Solidarität immer wieder neue Wurzeln schlagen kann?

Printed from: http://www.taize.fr/de_article13943.html - 16 June 2019
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