Japan 2011

„Freiheit, die mir Kraft gibt, voranzugehen“

Ein Bruder der Communauté war im November in Japan. Neben Besuchen in den vom Erdbeben und von den drei Tsunamis heimgesuchten Katastrophengebieten fanden mehrere Einkehrtage und Gebete in Kirchen verschiedener Konfessionen statt: in Anglikanischen, Lutherischen und Katholischen Gemeinden, in Tokio, Shizuoka, Kyoto, Fukuoka, Ube und Shimonoseki:
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Im letzten Sommer verbrachten Gruppen von Studenten der Sophia Universität in Tokyo und aus Hiroshima einige Tage in Taizé; eine Gruppe der Kwansei Gakuin Universität war sogar für eine ganze Woche gekommen. Im November bot sich die Gelegenheit zu einem Gegenbesuch. Für alle war der Besuch in Taizé und das Gebet an ihrer Universität eine Gelegenheit, ein inneres Leben zu entdecken, eine Quelle der Solidarität mit den Erdbebenopfern. Keiji Utebi, Studentenseelsorger der Kwansei Gakuin Uiversität schreibt über die Einkehrtage in Sengari Camp:

„Am letzten Wochenende im November 2011 luden wir einer Bruder von Taizé zu einem zweitägigen Einkehrtag für Studenten in Sengari bei Sanda ein. Seit 2009 steht dieser regelmäßige Einkehrtag in unserem jährlichen Veranstaltungsverzeichnis. Unter den 80 Teilnehmern bildeten die Studenten, die im Sommer 2011 in Taizé waren die Kerngruppe für die Vorbereitung de Wochenendes. Sie empfingen alle, die zum ersten Mal an den Einkehrtagen teilnehmen, genauso wie sie im Sommer in Taizé begrüßt worden waren.

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Es war Spätherbst und die Natur um das Camp beeindruckend schön. Das gab dem Ganzen eine sehr friedliche Atmosphäre. Das gesamte Programm stand unter dem Motto „Freude, Barmherzigkeit, Vergebung“, Worte von Frère Alois aus dem „Brief für das Jahr 2011“. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, ihr Leben mit anderen Augen zu sehen.

Am ersten Abend hatten die jungen Menschen die Möglichkeit, über das Thema „Freude“ zu sprechen. Ganz spontan sollten sie darstellen, wie sie einmal Freude erlebt hatten. Es war ganz außergewöhnlich, wie die Phantasie und Kreativität ihre Gesichter dieser jungen Menschen verwandelte. Für die anderen Themen, „Barmherzigkeit“ und „Vergebung“ wurde dann andere Vorschläge gemacht. Am letzten Morgen sollten dann alle eine Karte zeichnen, die die Reise, die sie während des kurzen Einkehrtags gemacht hatten, beschreibt. Musik, die den drei Themen entsprach, wurde in drei verschiedenen Räumen gespielt und immer wieder konnte man die jungen Leute in tiefer Stille beobachten. Es war sehr schön, das innere Leben dieser jungen Menschen zu erleben, von denen die meisten keiner Religion angehören.

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Die Gebete im Gemeinschaftsaal, der mit Ikonen und Kerzen geschmückt war, waren sehr bezeichnend. Getragen von der musikalischen Begleitung, klang der Gesang der Teilnehmer sehr schön und alle verweilten in einer unaufdringlichen Stille. Obwohl für die meisten das erste Mal war, in einer solchen Art und Weise zu beten, fanden sie Zugang und genossen diese Erfahrung des gemeinsamen Gebets.

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Ein Mädchen sagte beim letzten Austausch: „Eine Freundin hat mich hierher mitgenommen. Um ehrlich zu sein, ich hatte mir nicht sonderlich viel erwartet, da ich mir Religion und Christentum immer als etwas starres und aufdringliches vorgestellt habe. Aber das Programm dieser Tage war ganz anders! In allem, was wir erlebt haben, fand ich eine echte Freiheit, in meinem Herzen und in der Beziehung zu anderen, eine Freiheit, die mir Kraft schenkt, weiterzugehen“.

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