Chile: der „Pilgerweg des Vertrauens“ geht weiter…

Die 8.000 jungen Erwachsenen, vorwiegend aus Ländern Lateinamerikas, aus Nordamerika und Europa, die am Treffen in Santiago de Chile teilgenommen hatten, brachen mit der Frage wieder nach Hause auf: „Wie können wir in unserem Alltagsleben das fortsetzen, was wir auf dieser Etappe des Pilgerweges des Vertrauens vom Evangelium verstanden haben?“

In Chile fängt im März, am Ende des Sommers, ein neues Schuljahr an. Am ersten Freitag im März versammelten sich 150 junge Erwachsene zu einem Abendgebet in einer Kirchengemeinde von Santiago, wo die Brüder der Communauté leben. Vielleicht war das gemeinsame Gebet und die Gesänge während der Vorbereitung des Treffens in Santiago noch etwas neu; jetzt ist dies bekannt und das Gebet ist schöner und tiefer. Es war ein fröhlicher Anlass, eine Gelegenheit, diejenigen wiederzusehen, die an der Vorbereitung des Treffens in den verschiedenen Gemeinden mitgemacht hatten.

Am Samstag danach trafen wir uns wieder, diesmal um den „Brief aus Chile“ gemeinsam zu lesen. Nach einer Zeit in Stille teilten wir uns nach den drei Themen, die Bruder Alois im Brief vorschlägt, in drei Gruppen auf: Freude, Mitgefühl und Vergebung. Am Ende gab es dann ein Gebet ums Kreuz; ein klares Zeichen unserer Solidarität mit den Japanern, die sehr Schweres durchmachen, wie auch wir vor einem Jahr Schweres durchgemacht haben.

In einer Gruppe erklärte jemand, dass diese Kleingruppentreffen kein Zeichen von Nostalgie in Bezug auf das große Treffen im letzten Dezember sein sollen, vielmehr ein Schritt vorwärts auf dem Pilgerweg des Vertrauens: ein Schritt, der uns erlaubt weiterzugehen, um einander zu finden und um besser die Worte aus dem Brief zu verstehen: „Individualismus als Weg zum Glück ist eine Illusion.“ Unsere Verantwortung liegt darin, Freundschaften zwischen Christen verschiedener Kirchen zu schaffen, mit Glaubenden anderer Religionen, mit Glaubenden und Nichtglaubenden, zwischen Generationen und Völkern, zwischen denen, die etwas haben und denen, die nichts haben.

In einigen Gemeinden gehen regelmäßige Gebete mit Gesängen aus Taizé weiter. Am 9. April wird wieder ein gemeinsamer Nachmittag stattfinden. Inzwischen wird jeden Tag eine „Pause en Dios“ (Innehalten in Gott) stattfinden: von Montag bis Freitag gibt es um 13 Uhr ein gemeinsames Gebet, nach dem alle zu einem kleinen Mittagessen in Stille eingeladen sind. Es soll eine Zeit zum Aufatmen und um wieder Kraft zu schöpfen sein im Alltag mitten im Univiertel. Kirche San Lázaro, calle Ejercito 415, Metro: Héroes oder Toesca. Weitere Initiativen werden derzeit in anderen Städten vorbereitet, um den Pilgerweg des Vertrauens fortzusetzen.

Printed from: http://www.taize.fr/de_article12246.html - 26 April 2019
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