Portugal 2011

Abendgebet in Porto

Am Abend des 19. Februars 2011 war die größte Kirche Portos nicht groß genug, um über 1500 Menschen aufzunehmen, die zum ersten Jahrestag des „Pilgerwegs des Vertrauens“ unter dem Thema „zu den Quellen der Freude gehen“ gekommen waren:

Hunderte von Jugendlichen, aber auch Familien, die vor einem Jahr junge Pilger empfangen hatten, Vertreter der Katholischen Kirche, sowie der Methodistischen und der Altkatholischen Kirche. Ein Bruder der Communauté, er selbst aus Chile stammt, war anwesend. Durch eine Webcam konnten Jugendliche das Gebet über das Internet mit verfolgen, die nicht nach Porto kommen konnten.

Zu Beginn der Veranstaltung wandte sich Manuel Clemente, der Bischof von Porto, an die Anwesenden:

„Vor einem Jahr wollten wir zu den Quellen der Freude gehen, zu einer Freude, die bleibt. Wir erinnern uns an alles, was uns damals erstaunt hat. Aber es ergeht auch ein Ruf an uns: der Ruf, dem Verlangen zu antworten, welches ihr ausdrückt und das ich als Erster teile - eine tiefere Beziehung mit Gott und mit den Anderen durch Gott. Es ist dieses Verlangen, das die Communauté von Taizé uns seit vielen Jahren offenlegt; dies ist es, was die Communauté vor einem Jahr mit uns teilte.
 
Viele gemeinsame Gebete sind seit Februar 2010 in dieser Diözese entstanden. Wir müssen zu verstehen versuchen, warum so viele Menschen an ihnen teilnehmen und warum sie damit weitermachen. Ich denke, wir sind dabei, dem Herzen Gottes zu begegnen. Wir entdecken das Herz der Kirche und der christlichen Gemeinschaften neu, während sie sich der Welt als Ort der Begegnung mit Gott und den anderen anbieten. Gott gibt uns dies durch unsere Beständigkeit zu verstehen, durch unser Gebet und unsere Offenheit. Wir sehen die Zukunft, nach der Gott sich sehnt.“

Frère Alois sandte einen kurzen Text, der kurz vor dem Gebet vor dem Kreuz verlesen wurde:

„Seien es die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die immer schwerer wiegen, die Komplexität unserer Gesellschaft, die manchmal überwältigend ist oder die Entmutigung angesichts der Zukunft Europas und sogar unseres Planeten - all dies droht die Pflanzen der Hoffnung zu ersticken, die wachsen. Daher ist es notwendig, im Leben Momente zu schaffen, die uns spüren lassen, dass das Evangelium die Wahrheit sagt. Und genau das tut ihr durch dieses erneute Treffen.
 
Um Zeugen des Evangeliums für die zu sein, die uns anvertraut sind, ist jeder zu einer Vertiefung seiner persönlichen Beziehung zu Gott aufgerufen: sich seinem Licht zuwenden und immer wieder das Vertrauen entdecken, dass Gott uns liebt und wir ihn lieben.
 
Und es gibt noch einen anderen Weg, um unsere Gemeinschaft mit Gott zu erneuern: unsere Aufmerksamkeit gegenüber den Ärmsten. Dies kann durch ein Engagement in der Gesellschaft, durch ein Wirken nach außen seinen Ausdruck finden. Im Grunde ist es eine Einstellung der Offenheit gegenüber allen, die uns anvertraut sind und die dabei in einer Weise Arme sind, die uns brauchen.
 
Gerne möchte ich auch noch einmal wiederholen, was ich vor einem Jahr am Ende unseres schönen Treffens gesagt hatte: Ist nicht unsere Antwort auf die Schwierigkeiten, durch die wir selbst und andere durchmachen, mehr zu lieben?“

Ein Jugendlicher schrieb über seine Erfahrungen bei dem Treffen im letzten Jahr:

„Wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen!“ (Ps 133)
 
Wenn ein Satz in der Lage ist, zumindest teilweise die Gefühle, die Freude, die Freundschaft, den Frieden, die Liebe, die Freundlichkeit, die Arbeit und den Einsatz derer, die von der Schaffung einer neuen Welt träumen zu fassen, dann dieser Vers des Psalms 133. Und die Erfahrung des Taizé-Treffens in Porto hat uns diese Eintracht zwischen Brüdern und Schwestern geschenkt.
 
Ja, „Brüder und Schwestern“ ist sicher die rechte Umschreibung der Beziehung zwischen allen, die am Treffen teilgenommen haben. Unter Zurücklassung von Vorurteilen, seien sie religiöser, kultureller, sozialer oder ethnischer Art und versammelt, um unser Leben miteinander zu teilen - egal wie arm oder bescheiden es sein mag - wurden wir von den Erfahrungen derer bereichert, die auch nachts gemeinsam unterwegs sind, auf der Suche nach lebendigem Wasser.
 
In den Nächten unseres Lebens bleibt der Andere für jeden von uns ein Licht, einfach und einzig, das unsere Herzen erleuchten und erwärmen kann. Die andere Person ist all dies, weil wir in ihr Christus begegnen.
 
„Gott ist Liebe. Wagt es, für die Liebe zu leben!“

Einmal im Monat organisieren Jugendliche ein Gebet für die ganze Stadt im Zentrum Portos. Auch finden in mehrere Pfarreien regelmäßige Gebete mit Gesängen aus Taizé statt.

Fotos vom Abendgebet in Porto [http://www.flickr.com/photos/budakhan/sets/72157625966061061/with/5460515670/].

Printed from: http://www.taize.fr/de_article12143.html - 19 October 2019
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